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Grusonwerk

Geschichte

Am 01. Juni 1855 gründete Hermann August Jacques Gruson (13. März 1821 - 30. Januar 1895) seine Firma, die Maschinenfabrik und Schiffsbauwerkstatt H.Gruson Buckau-Magdeburg. Der Schiffsbau wurde aber aufgegeben, da die Eisenbahn und der Schiffsbau in Hamburg eine zu große Konkurrenz darstellten. Fortan konzentrierte sich die Produktion auf die Fertigung von Kleinmetallteilen und Werkzeugen. Aber nur zwei Jahre nach Firmengründung befand sich Gruson in einer finanziellen Notlage. Er hatte nicht genug Aufträge um die Firma am Laufen zu halten.

Doch die Legende erzählt, dass Gruson in der Nähe der Firma über ein Bahngleis stolperte. Hierbei bemerkte er, dass die Weichen stark abgenutzt waren und die Nieten dieser Belastung kaum etwas entgegensetzen konnten. Er machte sich rege Gedanken zur Verfestigung eben solcher Nieten, welche letztlich in seiner Erfindung (im Hartguss-Verfahren) ihre Vollendung fanden. Diese Erfindung verlieh den Nieten eine höhere Standfestigkeit. Mit dieser Erfindung ging er zur Eisenbahn und konnte sich bald darauf nicht mehr vor Aufträgen retten.

1859 wurde das Grusonwerk zum ersten und letzten Mal unter der Führung Grusons bestreikt. Gruson selber pflegte anschließend eine soziale Lohnpolitik.

Im Jahre 1886 wurde die Firma als Grusonwerk AG Buckau im Amtsregister eingetragen. Durch die immer stärker werdende Popularität war es kein Wunder, dass das Militär auf Gruson und dessen Stahl aufmerksam wurden. Gruson stieg in die Militärproduktion ein. Zwar war die Produktion für das Militär nur das zweite Standbein, das erste blieb der Maschinenbau, es war aber doch die Hartgussgranate der Exportschlager Grusons.

1891 schied Gruson aus dem Vorstand aus. Nur zwei Jahre später übernahm die Friedrich- Krupp-AG die Firma. Krupp wusste sehr genau, dass Gruson eine große Konkurrenz für ihn darstellte. Im Russisch-Türkischen Krieg standen sich beide gegenüber, wobei die Gruson-Granaten in der Regel besser abschnitten. Friedrich Krupp zur Übernahme: "Die Fabrikation von Panzertürmen war für mein Werk eine absolute Notwendigkeit, aber ich wusste, dass der Weltmarkt für zwei deutsche Werke in diesem Gebiet keinen Platz hat. Ich hätte dem Vaterland einen schlechten Dienst erwiesen, wenn ich ein blühendes Werk mit all seinen Arbeitern und Beamten durch die Übermacht des Kapitals lahmgelegt hätte; da habe ich es lieber erworben und ich denke, dass dieser Entschluss in der Folge sowohl für das Grusonwerk als auch für mich ein Segen sein wird." Anschließend verlegte Krupp die gesamte Produktion der Panzertürme und Großkaliberkanonen nach Essen in sein Hauptwerk. Gruson legte Krupp in einem Brief seine hervorragenden Mitarbeiter, das eigentliche Kapital Grusons, ans Herz.

Während des 1. Weltkrieges war das Werk im Aufschwung. Auf dem eigenen Versuchsfeld wurde ein Panzer, wahrscheinlich auf Basis des A7V, geschickt. Allerdings zerlegte es sich während der Fahrt selbst. Weitere Versuche wurden nicht mehr ausgeführt.

Die nächsten Panzerbauversuche fanden erst nach der Machtergreifung der NSDAP statt. So lieferte das Grusonwerk die ersten Panzer I Prototypen pünktlich aus. Das Hauptwerk in Essen wurde damals noch stärker von den Alliierten kontrolliert.

Am 28. November 1935 wurde schon die erste Verdunklung im Werk geübt. Die Grusonwerke konnten während des Krieges eine beachtliche Anzahl von Panzern und Sonderfahrzeugen herstellen. So war Magdeburg bis 1941 der einzige Hersteller des Panzer IV. Aber auch Munition und Teile für U-Boote wurden gefertigt. Trotz heftiger Bombardierungen im Jahre 1944, konnte das Werk seinen Ausstoß beibehalten. Dies war möglich, da Vieles auf Vorrat lag oder die Herstellung ausgelagert wurden. So stellte die Zement AG in Nienburg fortan die Planetengetriebe her, während in Bernburg bei W. Siedersleben & Co. die Lüfteranlagen gebaut wurden. Gegen Ende des Krieges sank die Produktivität aber rasch ab, so waren kaum noch Arbeitskräfte vor Ort und die Rohstoffe waren nicht mehr vorhanden. Die letzten Arbeiter ergaben sich den Amerikanern kampflos.

Gebaute Panzer

Struktur

3-Schicht-System

Lieferanten

Folgende Lieferanten waren für das Grusonwerk tätig:

Rumpf Motor

Buchtipp

Krupp Grusonwerk - Panzer aus Magdeburg 1933 - 1945
ISBN 3-935831-02-1
Verlag Delta-D Magdeburg

[sve]

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://www.panzer-archiv.de/content/artikel.php?id=2
Gedruckt am: Sonntag, 24. September 2017, 21:22 Uhr
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