Buchtipp
Afghanistan, jetzt weiß ich erst...: Gedanken aus meiner Zeit als Kommandeur des Provincial Reconstruction Team FEYZABAD
Oberst Artur Schwitalla war vom 6. Dezember 2006 bis 12. Juli 2007 als Kommandeur des PRT (Provincial Reconstruction Team) FEYZABAD in Afghanistan eingesetzt.
Bei diesem Buch ist der Titel Programm. Dachte ich vor dem Lesen, dass ich doch recht gut über den Sinn und Zweck des Einsatzes der Bundeswehr am Hindukusch informiert sei – schließlich habe ich doch einiges an Reportagen gesehen – so wird mir schon während der Lektüre klar, wie wenig ich doch wusste.
Erwartet habe ich ein Buch eines Oberst der Bundeswehr, gelesen habe ich das Buch eines Menschen, der mit großer Verantwortung und Augenmaß einen Job erledigt, an dem „normale“ Menschen wie ich zerbrechen würden.
Das zentrale Thema des Buches liegt nicht bei medial populären Kampfhandlungen, Überfällen oder Hinterhalten, sondern bei den Menschen, die in Afghanistan ihren Dienst tun oder dort als Landeseinwohner leben. Dem Leser wird die Mentalität dieser Landesbewohner nahegebracht, vorhandene Hierarchien erklärt, Abhängigkeiten erläutert - jedoch ohne ins Klischeehafte zu verfallen.
Auch wird klar, welche Leistung jeder einzelne Soldat dort vollbringt, was ihm abgefordert wird und wie sich – hier geschildert am Beispiel des PRT Feyzabad – der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit der aus verschiedenen Nationen bestehenden Truppe in vielen Situationen darstellt.
Das wichtigste aber ist – ich habe eine befriedigende Antwort auf die Frage aller Fragen gefunden. Nämlich die, warum wir „unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen“.
Das tun wir nicht, sondern wir zeigen Verantwortung, die eine Exportnation mit dem Wunsch auf einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat nun mal hat. Wir leisten in erster Linie humanitäre Hilfe – somit also Hilfe zur Stabilisierung des Landes Afghanistan. Unsere Soldaten wollen nicht kämpfen, sie wollen die Hilfe für Afghanistan helfen zu sichern und zu fördern.
Was durch dieses Buch sehr deutlich wird ist, dass Übergriffe auf die UN-Schutztruppe nichts damit zu tun haben, dass diese Truppen im Land und bei den Afghanen nicht wohl gelitten wären. Sie sind vielmehr auf kriminelle Organisationen, die Taliban und temporäre Zweckbündnisse zurückzuführen.
Der einfache Afghane lebt in so großer Not, dass er für jegliche Hilfe dankbar ist.
Die Errichtung von Schulen und Kindergärten zeigen schon erste Früchte. Stammesälteste schicken ihre Kinder in Schulen – vermehrt werden sogar Töchter. So wird es kommen, dass in einigen Jahren die Kinder über mehr Bildung verfügen als die Erwachsenen. Das wissen viele Afghanen – und freuen sich, weil ihnen auch klar ist dass Bildung ein erheblicher Anteil am Weg aus der Not ist.
Insgesamt hat sich mein Bild über den Einsatz unserer Truppe in Afghanistan gehörig geändert. War ich vorher eher skeptisch, bin ich nun mächtig stolz auf „unsere Jungs“, die in Afghanistan erhebliches leisten.
Autor: Artur Schwitalla
ISBN: 3937885218
Verlag: Miles-Verlag
Veröffentlichung: März 2010
[ba]
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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
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Gedruckt am: Mittwoch, 22. Mai 2013, 04:54 Uhr
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