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Fritz Fessmann
Major der Reserve

Fritz Fessmann

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Daten

* 25. Dezember 1913 in Urbach/Württemberg
† 11. Oktober 1944 in /bei Pakamonen/Ostfront

Auszeichnungen

Auszeichnung Datum
Ritterkreuz 27. Oktober 1941
Eichenlaub(170)04. Januar 1943
Schwerter(103)23. Oktober 1944

Verdienste

Warschau, Arras, Rostow, Charkow, Memel - Biografie

Der spätere Aufklärungsexperte wurde nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges als Feldwebel der Reserve in die Panzeraufklärungsabteilung 7 einberufen. Der Kommandeur seiner 4. Panzerdivision war der spätere Schwerterträger Generalleutnant Hans-Georg Reinhardt, ein Panzerregiment wurde durch Oberst Hermann Breith angeführt.
Der bereits am 1. März 1940 zum Leutnant der Reserve (Kriegsoffizier) beförderte Fessmann übernahm einen Zug der mit leichten Späh- und Schützenpanzern ausgerüsteten Abteilung.

Im Zuge des Polenfeldzuges wurde die 4. Panzerdivision im Verband des XVI. Korps bei Lodz, Modelin und Warschau eingesetzt. Am 10. Mai 1940 - dem Eröffnungstag des Westfeldzuges - gehörte die Division abermals zu den vordersten Angriffsverbänden.
Die stets an der Spitze der Division eingesetzten Aufklärungskompanien nahmen am berühmten Panzerraid in Nordfrankreich teil, bei dem die Panzer an der Maas, bei Arras, Cambrai, Lille und Péronne kämpften. Durch ihre vorderste Position wurden die Aufklärer stets als erste in Gefechte verwickelt.
Für die erstklassige Führung seines Zuges erhielt Leutnant Fessmann noch während des Feldzuges das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Nach der französischen Kapitulation auf dem Kontinent verblieb die 4. Panzerdivision als Garnisonseinheit in Frankreich.
Als am 22. Juni 1941 der Ostfeldzug begann, nahmen die Männer der Aufklärungsabteilung erneut ihren Platz in vorderster Linie ein.
Während der ersten Gefechte bei Brest-Litowsk, am Bug, bei Mogilew und während der Kesselschlacht von Kiew lieferte Fessmann mit seinem Zug immer wieder wertvolle und schwierig einzubringende Informationen über die Feindlage, dessen Stärke und das vor der Division liegende Gelände. Bereits wenige Wochen nach dem ersten Schuss in Russland erhielt Leutnant Fessmann das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen.
Nachdem sich die Division immer weiter nach Osten vorgekämpft und bei Beresina, am Dnjepr und vor Orel bewährt hatte, erhielt Fessmann im Oktober einen Sonderauftrag. An der Spitze eines kleinen Stoßtrupps drang er ins feindliche Hinterland vor, umging geschickt mehrere russische Stellungen und erreichte unbehelligt die Bahnlinie Kiew-Kursk. Für die Sprengung dieser kriegswichtigen Verbindung und erstklassige Leistungen in der Panzeraufklärung erhielt er am 27. Oktober 1941 das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen. Am 1. November wurde Fessmann im Alter von 27 Jahren zum Oberleutnant der Reserve befördert.
Nach den schweren Winterschlachten vor Moskau, Wenew und Tula wurde der stets zuverlässige Fessmann Kompaniekommandant im Kradschützenbataillon 64 der 14. Panzerdivision.
Nach unzähligen Offensiv- und Defensiveinsätzen bei Charkow, Oskol und Rostow folgen harte Kämpfe am Donez und bei Nowo-Tscherkassk. Drei Angehörige des tapferen Bataillons erhielten innerhalb von wenigen Monaten das Ritterkreuz, zehn weitere das Deutsche Kreuz in Gold und viele eine Stufe des Eisernen Kreuzes. Die 64er waren die erfolgreichste Einheit der gesamten Division.
Im Winter begannen die harten Schlachten im Großraum Stalingrad, wobei die Kradschützen in vorderster Linie zum Einsatz kamen. Angesichts einer ständigen Übermacht der Sowjets zeigte sich Fessmann nicht nur als tapferer und umsichtiger, sondern auch als einfallsreicher Offizier. So ließ er einmal einige wenige Schützenpanzer hinter seinen Stellungen wild auf und ab fahren - der Motorenlärm und die Staubwolken gaukelte dem Gegner ein ganzes Bataillon vor, so dass er vorerst von einem Angriff absah!
Am 30. November wurde Oberleutnant Fessmann während eines Angriffes am Ufer der Wolga schwerst am Kreuzbein, Becken und beiden Beinen verwundet (Pak-Granate), einer sofortigen Notoperation mussten später noch zwei weitere folgen! Durch seinen Rücktransport in die Heimat entging er dem schrecklichen Schicksal seiner Division, die später im Kessel von Stalingrad restlos aufgerieben wurde! Für wiederholte Tapferkeit im Gefecht wurde er während der langwierigen Genesungsphase für die Eichenlaubverleihung eingereicht.

Nach seiner erst im Sommer 1943(!) möglichen Entlassung aus dem Lazarett erhielt Fessmann als 5. Reserveoffizier das ihm verliehene Eichenlaub zum Ritterkreuz überreicht, kurz darauf wurde er als Hauptmann der Reserve (01.01.43) Taktiklehrer an der Panzertruppenschule in Versaille, später an jener in Krampnitz. Bis zum Sommer 1944 half er mit, die zukünftigen Panzeraufklärer des Heeres auszubilden - zeitweise stand er hier unter dem Kommando des Schwerterträgers Oberst Gorn.
Ende Juni 1944 wurden viele erfahrene Frontveteranen, die sich in Lehrverwendung befanden, wieder an die Ostfront versetzt, nachdem die Heeresgruppen Nord und Mitte schwere Verluste erlitten hatten.
Eine Woche nach Beginn der sowjetischen Sommer-Großoffensive traf Hauptmann Fessmann bei der 5. Panzerdivision im Nordabschnitt ein und übernahm die Panzeraufklärungsabteilung. Sein Divisionskommandeur war der überaus erfahrene Generalleutnant Karl Decker, der später ebenfalls mit den Schwerter ausgezeichnet werden sollte.
An der Spitze seiner Abteilung konnte Fessmann während der verzweifelten Abwehrkämpfe zeigen, dass er nichts verlernt hatte, bereits im August wurde er erneut verwundet, verblieb jedoch bei der Truppe.
In Litauen und dem Grenzgebiet von Ostpreußen bewährten sich Fessmanns Aufklärer im Defensivkampf. Im hartumkämpften Brückenkopf von Memel wurde die Division im Verband des XXVIII. Armeekorps eingesetzt, das unter dem Kommando des für die Schwerter eingereichten Generals Gollnick stand.
Nachdem starke Panzerkräfte des Gegners den Widerstand um Memel gebrochen und den Kessel von Kurland geschlossen hatten, musste sich die 5. PD kämpfend nach Süden zurückziehen. In diesen verlustreichen Abwehrgefechten in Richtung "Ostpreußen-Stellung" standen Fessmanns Abteilung sogar einige der neuen Panther zur Verfügung. Am 11. Oktober zu einem örtlichen Gegenangriff angetreten, verließ Fritz Fessmann gerade seinen Befehlswagen, als direkt vor ihm eine russische Panzergranate krepierte und der Hauptmann d.R. durch die Wucht der Explosion wieder zurück in den Wagen geschleudert wurde – er war auf der Stelle tot!
Noch im selben Monat wurde er für seine großartigen Leistungen als Kommandeur der Panzeraufklärungsabteilung 5 postum mit den Schwertern zum Ritterkreuz mit Eichenlaub dekoriert. Die hohe Auszeichnung wurde am 16.11.44 seiner Witwe übergeben. Später wurde der tapfere Offizier weiters postum zum Major der Reserve ernannt.

Die 5. Panzerdivision kämpfte 1944/45 tapfer in Ostpreußen, Brandenburg und der Halbinsel Peyse, ehe sich die Reste im April 1945 auflösten. Teile entkamen nach Norddeutschland. Durch ihre großartigen Erfolge war die 5. PD im Laufe des Krieges zu einer der am höchstdekorierten Heereseinheiten der Wehrmacht geworden.

Anmerkung des Autors:
Diese seltene Sondermedaille der 14. PD wurde 1942 divisionsintern gestiftet und durch den Divisionskommandeur vergeben. Die Beliehenen waren die verdientesten Offiziere und Mannschaften des äußerst erfolgreichen Kradschützen-Bataillons 64.

Quelle: "Mit Eichenlaub und Schwertern" von Florian Berger, ritterkreuz.at

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
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Gedruckt am: Freitag, 22. August 2014, 15:43 Uhr
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