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Hermann Hoth
Generaloberst

Hermann Hoth

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Daten

* 12. April 1885 in Neuruppin/Brandenburg
† 25. Januar 1971 in Goslar am Harz

Auszeichnungen

Auszeichnung Datum
Ritterkreuz 27. Oktober 1939
Eichenlaub(025)17. Juli 1941
Schwerter(035)15. September 1943

Verdienste

Vater der deutschen Panzerwaffe - Biografie

Hoth, Sohn eines Militärarztes, trat 1904 ins preußische Heer ein und stieg vom Offiziersanwärter über den Fähnrich bis zum Leutnant auf. Bei Kriegsbeginn als Hauptmann im Stab von General Hindenburg, erlebte Hoth in dieser Dienststellung auch den berühmten Sieg von Tannenberg. 1916 zum Major befördert, führte er in Folge ein Bataillon im Infanterieregiment 72 an der Westfront, ehe er 1917 ein Bodenkommando in den neuen Luftstreitkräften übernahm. Mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet, war Hermann Hoth bei Kriegsende Stabschef der 30. Infanteriedivision. 1919/20 diente er als Bataillonskommandeur im Freikorps "Maercker" im Kampf gegen Aufständische.

Nach der Kapitulation in die Reichswehr übernommen, stieg Hoth aufgrund seiner großartigen Leistungen schnell über den Oberst (1932, Infanterieregiment 17) und Generalmajor (1934, Infanterieführer III) zum Generalleutnant (1936) auf. Nachdem er viele Jahre lang die 18. Infanteriedivision befehligt hatte, wurde er 1938 zum General der Infanterie befördert. Bereits früh forcierte Hoth, entgegen den alliierten Auflagen nach dem Ersten Weltkrieg, den Gedanken einer modernen Panzerwaffe innerhalb der Wehrmacht. So experimentierte Hoth mit seinem Stab anfangs mit Panzermodellen aus Sperrholz, hielt umfangreiche Taktikmanöver ab und drängte erfolgreich auf die Errichtung einer geheimen Panzertruppenschule. Hoth wurde zusammen mit Guderian zum federführenden Initiator des späteren Blitzkrieges!

Im Polenfeldzug kämpfte Hoth als Kommandeur des XV. Armeekorps im Verband der "Heeresgruppe von Bock" und nahm an der Vernichtung der polnischen Armeen "Pommerellen" und "Modelin" teil. In Folge kämpften seine Truppen während der Kesselschlacht von Warschau. Im Oktober 1939 erhielt Hoth für seine Verdienste in der Truppenführung und die feldzugsentscheidenden Offensiven als einer der ersten Offiziere das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen.

Im Frankreichfeldzug übernahm General der Infanterie Hoth erneut ein starkes Panzerkorps. Diese selbständigen Panzergroßverbände waren mit ein Schlüssel für den umfassenden Erfolg der Wehrmacht - Frankreich und England verfügten meist nur über mit Panzern verstärkte Infanteriedivisionen! Mit seinem Korps stieß Hoth unter dem Oberbefehl der Heeresgruppe A (von Rundstedt) durch Luxemburg und Belgien vor, ehe er in einem schnellen Panzerraid durch Nordfrankreich rollte. Seine Panzer durchbrachen in unerhörtem Tempo die Stellungen des Gegners, überquerten die Maas und stießen - mit Rommels "Gespensterdivision" als Stoßkeil - bis an die Kanalküste vor. Im Mai 1940 lag sein Korps vor Dünkirchen und bedrohte das britische Expeditionskorps unter General John S. Gort. Obwohl die sichere Vernichtung der restlichen alliierten Truppen in Frankreich greifbar nahe war, lagen Hoths Panzer tagelang tatenlos vor dem Kessel, während das Expeditionskorps nach England ausgeschifft wurde! Grund für diese Misere war eine schwere Fehlentscheidung des bereits im Siegestaumel schwebenden Hitlers, der Görings Luftwaffe diesen Sieg überlassen wollte!

In der zweiten Phase des Westfeldzuges stieß Hoth zusammen mit der 4. Armee (von Kluge) entlang der Kanalküste vor und besetze u.a. Dieppe, Le Havre, Caen und Cherbourg. Teile der Armee drangen sogar bis nach Brest vor.

Für die großen Erfolge der von ihm geführten Panzerdivisionen wurde Hermann Hoth am 19. Juli 1940 zum Generaloberst befördert.

Als das OKW die Operation "Barbarossa" gegen die Sowjetunion entwickelte, war der erfahrene Panzertaktiker natürlich auch am sgn. grünen Tisch vertreten.

Im Juni 1941 trat Hoths Panzergruppe 3 zum Großangriff an, sein damaliger Stabschef war der ausgezeichnete Oberst i.G. Walther von Hünersdorff, welcher 1943 als Eichenlaubträger an der Spitze der 6. PD bei Kursk fiel.

Der 840 Panzer umfassende Großverband - das waren 40 Prozent des deutschen Gesamtaufgebotes(!) - überquerte im Verband der Heeresgruppe Mitte die sowjetische Grenze und überrollte das südliche Baltikum. Zusammen mit der 9. Armee konnte Hoth schnell mehrere russische Divisionen bei Bialystok vernichten und kesselte nördlich von Baranovici mehrere sowjetische Armeekorps ein. Dafür erhielt Hoth einen Monat nach Beginn der Operation "Barbarossa" als erst 5. Heeres- und zugleich 4. Panzeroffizier das Eichenlaub verliehen!

Ab Juli stieß Hoth dann über Wilnius zur Düna und weiter bis nach Welikje Luki vor, wobei er den russischen Truppen wiederholt schwere Niederlagen beibringen konnte. Während der schweren Winterschlacht vor Moskau blieben seine Stoßkeile jedoch hoffnungslos im Schneechaos stecken.

Im Frühjahr 1942 führte Hoth als Vertretung für den nach der Winterniederlage abgesetzten General von Stülpnagel die 17. Armee im Südabschnitt, ehe er im April zum Oberbefehlshaber der 4. Panzerarmee ernannt wurde. Im Herbst begann die 4. Panzerarmee zusammen mit der 6. Armee sowie italienisch-rumänischen Divisionen mit der Offensive gegen den Wolgabogen.

Als die 6. Armee nach erbitterten Schlachten von einer sowjetischen Gegenoffensive überrascht und in Stalingrad eingekesselt wurde, erhielt Generaloberst Hoth im Dezember 1942 eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Seine geschwächte Panzerarmee sollte den starken Umklammerungsring des Stalingrad-Kessels knacken und der von der Vernichtung bedrohten 6. Armee unter Eichenlaubträger Generaloberst Paulus den Rückzug ermöglichen.

Trotz schwieriger klimatischer Bedingungen und heftigstem Widerstand russischer Truppen konnten sich Hoths Panzer bis auf wenige Kilometer an den brennenden Kessel herankämpfen, ehe die Schlagkraft der ohnehin bereits ausgemergelten Truppe endgültig erlahmte. Mit dem Scheitern der Operation "Wintergewitter" war das Schicksal der 6. Armee unwiderruflich besiegelt. Wenig bekannt ist, dass Hoths Panzerspitzen nur unter Aufbieten der letzten greifbaren Reserven an einem Durchbruch nach Stalingrad gehindert worden waren! So gab es jedenfalls der damalige sowjetische General Jeremenko Jahre nach dem Krieg an.

Nach dem Untergang der Armee versuchte Hoth zusammen mit GFM von Manstein die Südfront einigermaßen zu stabilisieren. Zwischen Don, Dnjepr und Mius fanden im Spätsommer und Herbst 1943 erbitterte Defensivschlachten statt.

Im März 1943 konnten Panzertruppen unter dem Oberbefehl von Hermann Hoth das erbittert verteidigte Charkow zurückerobern und dabei die gesamte 3. sowjetische Panzerarmee zerschlagen!

Im Sommer 1943 bildete Hoths Panzerarmee mit dem III. (Breith), XXXXVIII. (von Knobelsdorff) und II. SS-Panzerkorps (Hausser) den südlichen Angriffskeil während der Offensive gegen Kursk. In schwersten Gefechten gegen 30 sowjetische Schützen- und mindestens 20 Panzerdivisionen(!) konnten seine Divisionen aber nur wenige Kilometer freikämpfen. In der riesigen Panzerschlacht bei Prochorowka prallten über 1.000(!) Panzer beider Seiten aufeinander. Nach heftigsten Kämpfen und großen Verlusten an Menschen und Material musste die Offensive erfolglos abgebrochen werden.

Im September wurde Hoth für seine vergangenen Gefechtserfolge und persönliche Verdienste als Kommandierender General mit den 35. Schwertern zum Ritterkreuz mit Eichenlaub dekoriert. Da er wiederholt offene Kritik an Hitlers Kriegsführung geübt hatte, war er jedoch bereits in Ungnade gefallen.

Als sich Hoth im November nach schweren Verlusten auch aus Kiew zurückziehen musste, um seine 4. Panzerarmee vor der Vernichtung zu retten, enthob ihn Hitler kurzerhand seines Postens und schob ihn bis Kriegsende in die Führerreserve ab!

Im Mai 1945 ergab sich der 60jährige Hoth den britischen Truppen. Im Zuge des OKW-Prozesses wurde der Generaloberst a.D. wegen Verbrechen gegen den Frieden, Planung eines Angriffskrieges sowie Weitergabe des Kommissarbefehls zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Erst 1954 erfolgte eine Begnadigung. Der beherzte General verstarb im Jänner 1971 in Goslar am Harz.

Quelle: "Mit Eichenlaub und Schwertern" von Florian Berger, ritterkreuz.at

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
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Gedruckt am: Dienstag, 09. Februar 2010, 13:05 Uhr
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