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42-cm Gamma-Gerät

42-cm Gamma-Gerät "Dicke Berta".

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Entwicklung

Der Mörser hat seinen Ursprung noch vor dem 1. Weltkrieg, als sich die Geschützkaliber stetig vergrößerten. Der erste Entwurf zu diesem Geschütz wurde im September 1911 von Krupp eingereicht. Nach umfassenden Entwurfarbeiten wurde im Juli 1912 bestellt.

Da zu diesem Zeitpunkt kein geeigneter Schießübungsplatz zu finden war, wurde ein provisorischer Platz zwischen den Übungsplätzen Jüterborg und Kummersdorf eingerichtet. Dort, an der damaligen Militäreisenbahn in der Nähe des Ortes Kolzenburg, wurde ein improvisierter Schießstand gebaut.

Obwohl dieses Projekt unter strengster Geheimhaltung stand, konnten die Bürger in den umliegenden Orten in ihren Zeitungen darüber lesen. Allerdings konnte der größte Teil der Auflage rechtzeitig von der Polizei und dem Militär eingezogen werden.

Die Tests verliefen sehr erfolgreich. Nun wollte man das Geschütz an seinem eigentlichen Ziel erproben, den französischen Befestigungsanlagen. Zu diesem Zweck erbaute man Befestigungsanlagen, die den französischen Exemplaren gleichten. Zu diesem Test kam es allerdings nicht mehr, der Krieg hatte begonnen.

1. Weltkrieg

Zu Beginn des Krieges standen der deutschen Armee zwei 42-cm-Eisenbahnbatterien (Gamma-Gerät) zu je zwei Geschützen und eine fahrbare 42-cm-Batterie (M-Gerät), ebenfalls zwei Geschütze, zur Verfügung.

Die M-Geräte konnten im Gegensatz zu den sehr schwerfälligen Eisenbahngeschützen gleich von Beginn an ihre Kampfkraft unter Beweis stellen. Unter entscheidender Mitwirkung der 42-cm-Mörser konnten sage und schreibe 10 Forts niedergekämpft werden. Ein Geschoss, der 42-cm-Mörser, schlug in das Munitionslager des Fort Loncin ein, worauf das gesamte Fort in die Luft flog.

Durch diese Erfolge sowie die Propaganda erreichte es eine immense Popularität. Es wurden ihr viele Erfolge zugesprochen, auch vom Gegner, obwohl sie dort gar nicht eingesetzt worden war. Viele Gegner ergaben sich sogar um mit heiler Haut zu entkommen. So kam dieses Geschütz auch zu seinem Namen, die "Dicke Berta". Wie Berta Krupp es aufgenommen hat, dass man dieser Kanone ihren Namen gab, ist leider nicht bekannt. Allerdings hatten auch diese Geschütze Probleme mit den modernen Forts der Franzosen, wie Verdun eins war. Dort hatte sich auch das 42-cm-Gamma-Gerät als machtlos erwiesen.

Nach Ende des Krieges wurden alle Geschütze gemäß des Vertrages von Versailles vernichtet bzw. übergeben. Allerdings übersahen die alliierten Kontrolleure anscheinend ein Gamma-Geschütz, das auf dem Krupp´schen Versuchsfeld stand.

2. Weltkrieg

Eben jenes Geschütz welches man nach dem 1. Weltkrieg vergaß, wurde 1936/37 zu Schussversuchen verwendet, bis man es 1939 wieder in das Heer eingliederte. Ihren ersten bekannten Einsatz hatte die letzte "Dicke Berta" vor Sewastopol, als sie, unter anderem neben der 80-cm-Dora, am 07. Juni 1942 den Beschuss des Forts von Sewastopol aufnahm. Am 16. Juni, nach 188 Schuss (was ungefähr 225 Tonnen entsprach), hörte ihr Einsatz auf.

Beim Aufstand im Warschauer Ghetto soll sie das letzte mal eingesetzt worden sein. Ihr anschliesender Verbleib ist unbekannt, höchstwahrscheinlich wurde sie von den Truppen gesprengt bevor sie der Roten Armee in die Hände fallen konnte.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [sve]

Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://www.panzer-archiv.de/geschuetze/deutschland/dickeberta/dickeberta.htm
Gedruckt am: Donnerstag, 30. Oktober 2014, 14:39 Uhr
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