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5-cm Panzerabwehrkanone 38 - Pak 5 cm

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Zusammenfassung

Die Panzerabwehrkanone mit dem Kaliber von 5 cm erreichte nie die Bedeutung, die sie hätte bekommen können. Sie wurde nur im Schatten der 3,7 cm Pak entwickelt und erst als es für sie fast zu spät war, betrat sie die Schlachtfelder. Ihre beste Zeit hatte sie bis Mitte 1941. Die 5-cm Panzerjägerkanone 38 (1940 wurde die Bezeichnung Panzerabwehr durch Panzerjäger ersetzt) sollte an Schwachpunkten die 3,7-cm-Pak unterstützen und ihr Schussfeld überlagern. Allerdings musste man Mitte 1941 feststellen, dass selbst die 5-cm-Pak den neuen sowjetischen Panzern nicht mehr gewachsen war. Man verzichtete nun auf weite Schussfelder und versteckte die Kanone und schoss auf geringere Entfernung auf die Gegner. Dennoch wurde der Ausstoß dieser Kanone erhöht um die Verluste an der Front auszugleichen und auch gleichzeitig wenigstens die 3,7-cm-Pak zu ersetzen. Am 01. Mai 1942 waren ca. 2500 Geschütze vorhanden. Im Dezember 1944 nur noch 839. Das lag daran, dass die Produktion ausgelaufen war und die Verluste an der Front stiegen. Allein im August 1943 gingen 313 Stück verloren. Die Kanone war gegen Ende des Krieges kaum mehr ein Gegner, zumindest auf größere Entfernung (speziell bei den sowjetischen Panzern). So wurde auf Schwachpunkte wie Turmkranz gezielt. Dennoch blieb sie bis zum Schluss ein wichtiges Standbein der Panzerabwehr.

Technische Daten
Angabe Wert
Kaliber 50 mm
Rohrlänge 2975 mm (L/60)
Feuergeschwindigkeit 12-14 Schuss
Schußweite max. 9400 m
Höhenrichtbereich -8° bis + 27°
Seitenrichtbereich 60° - 65°
Höhe/Breite/Länge 1050 mm/1850 mm/4750 mm
Gewicht in Feuerstellung 930 kg - 986 kg
Zielmittel ZF 3 x 8

Entwicklung

Schon 1928 stellte man fest, dass die Leistungen der 3,7-cm-Panzerabwehrkanone dürftig waren, denn trotz Verbotes durch den Vertrag von Versailles besaß die Reichswehr zwei 3,7-cm-Panzerabwehrkanonen. So wurde vom Truppenamt vermerkt: "Das Truppenamt ist noch nicht überzeugt, dass in der 3,7-cm-Tankabwehrkanone eine vollwertige Lösung gefunden worden ist. Da aber die Entwicklung bereits weit fortgeschritten ist, muss es bei dieser Lösung bleiben. Ein wirksameres Geschütz ist aber anzustreben."

Doch konzentrierte man sich zu sehr darauf die Armee mit der 3,7-cm-Panzerabwehrkanone auszurüsten und ignorierte Forderungen der Militärpresse nach Geschützen mit 5-cm-Kaliber. Das 5-cm-Kaliber rückte erst Mitte der 30er Jahre mit der Einführung eines französischen Panzers mit 30 mm Bugpanzerung in den Blickpunkt. So wurde die Firma Rheinmetall GmbH damit beauftragt die neue Waffe zu entwickeln. Schon 1937 konnte man auf das erste Versuchsmuster zurückgreifen. Bei einer Anfangsgeschwindigkeit der Granate von nur 685 m/s lag die Leistung nur unwesentlich über der von der 3,7-cm-Kanone.

Durch diese Tatsache, und dadurch, dass man für Festungsanlagen (Westwall und Oder-Warthe-Bogen) Kanonen mit größerer Schussleistung benötigte, wurde die Kanone überarbeitet.

So modifizierte man unter anderem das Rohr, es wurde von 2280 mm auf 2975 mm verlängert. Durch die Veränderungen erzielte man eine neue Anfangsgeschwindigkeit von 870 m/s. Nun war die Waffe in der Lage auf 500 m ganze 72 mm und auf 1000 m immerhin noch ganze 51 mm dicke Panzerplatten (Winkel jeweils 60°) zu durchschlagen. Um das Geschütz schnell drehen zu können entwickelte man den so genannten "Schießpilz", ein umklappbarer Sporn an der Lafette. Zur Einführung kam es nicht.

Es wurden lediglich einige Exemplare für Befestigungen gebaut. Diese Geschütze wurden elektrisch abgefeuert und hatten auch einen anderen Ladungsraum, weshalb sie spezielle Hülsen brauchten.

Die Arbeiten an der 5-cm-Pak auf Räderlafette wurden nun dringlicher vorangetrieben, da die großen Fortschritte im Panzerbau es nötig machten. Allerdings konnten Testmuster erst im März zur Verfügung gestellt werden. In Frankreich nahm sie dennoch nicht an Kampfhandlungen teil. Allerdings wurden einige scharfe Versuchsschüsse durchgeführt, z.B. in Meüssi wo ein abgeschossener Char 2 C am Ortseingang stand (die Panzerung konnte mühelos durchschlagen werden). Nach Abschluss dieser Tests konnte die 5-cm Pak 38 in die Produktion gehen.

Munition

Am Anfang standen zwei Granaten zur Wahl, die 5-cm-Panzergranatpatrone und die 5-cm-Panzergranatpatrone V. Das "V" steht für Verbundgeschoss. Beide wurden allerdings von der Panzergranatpatrone 39 abgelöst. Mit einer Anfangsgeschwindigkeit von 835 m/s konnte auf 1000 m 47 mm und auf 500 m 59 mm dicker Panzerstahl durchschlagen werden.

Die 1,82 kg schwere Sprenggranatpatrone 38 konnte maximal 6500 m weit geschossen werden. Beim Zielpunkt zersplitterte sie in ca. 100 Stücke mit mindestens 5 g. Bis Anfang 1941 sollten ausschließlich gepanzerte Ziele bekämpft werden, da ein Mangel an Sprengpatronen bestand, die Aufgabe sollte die vorhandene 3,7-cm-Pak erledigen.

Offiziell wurde am 22. Mai 1941 die Panzergranatpatrone 40 eingeführt. Durch die Entwicklung der Hartkernmunition für die 3,7-cm-Pak entstand auch eine Variante für die 5-cm-Pak. Auf 500 m war sie in der Lage 72 mm zu durchschlagen, im Gegensatz zu nur 59 mm der Panzergranatpatrone 39.

Ladungen
Ladung 500 m 1000 m Mündungsgeschwindigkeit
Alle Werte beziehen sich auf 60°
Panzergranatpatrone 39 59 mm 47 mm 823 m/Sek.
Panzergranatpatrone 40 72 mm - 1198 m/Sek.
Stielgranate 42 180 mm (Hohlladung) 160 m /Sek.
Sprenggranatpatrone 38 Splitterwirkung (Reichweite 6500 m) 569 m/Sek.

Hohlladungsgeschoss

Mit dem 13 kg schweren Hohlladungsgeschoss konnte man 180 mm Panzerstahl durchdringen. Allerdings war die effektive Reichweite der 5-cm-Stielgranate 42 mit 100 m (9400 m waren mit den anderen Patronen maximal zu erreichen) recht begrenzt. Die Mündungsgeschwindigkeit lag bei nur 160 m/s.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [sve]

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://www.panzer-archiv.de/geschuetze/deutschland/pak5cm/pak5cm.htm
Gedruckt am: Sonntag, 19. November 2017, 17:14 Uhr
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