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7,5-cm Panzerabwehrkanone 40 - Pak 7,5 cm

Eine 7,5-cm Panzerabwehrkanone 40 beim nachladen

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Zusammenfassung

Die 7,5-cm-Panzerjägerkanone 40 war zu Recht eine der am häufigsten genutzten Panzerabwehrkanone der Wehrmacht. Ihre Leistungen waren gut und konnten bis Ende des Krieges jedem Panzer (auch bei abnehmender Entfernung) gefährlich werden. Man hatte die Entwicklung effektiver Panzerabwehrkanonen mit dem Kaliber von 7,5 cm lange Zeit vernachlässigt. Erst mit dem Versagen der 5-cm-Pak 38 wurde die Dringlichkeit erkannt. Nach nur kurzer Zeit stand Anfang 1942 die 7,5-cm-Panzerjägerkanone 40 für den Truppengebrauch bereit. Allerdings hatte die Industrie Schwierigkeiten am Anfang genügend Munition herzustellen, auch ging die Produktion nicht so schnell wie von Hitler ausdrücklich gefordert. Allerdings konnte später die Industrie mehr Geschütze produzieren, so wurden 1944 insgesamt 10.937 Stück an die Truppen geliefert. Allerdings vollzog sich ein Wandel zum Ende des Krieges hin, die Kanone sollte (da inzwischen bessere Kanonen zur Verfügung standen) Artillerieaufgaben übernehmen. Sie endete so mit geänderter Lafette als leichte Feldkanone.

Technische Daten
Angabe Wert
Kaliber 75 mm
Rohrlänge 3450 mm (L/46)
Feuergeschwindigkeit 12-14 Schuss
Schußweite max. ?
Höhenrichtbereich -5° bis + 22°
Seitenrichtbereich ?
Höhe/Breite/Länge 1250 mm/2000 mm/6200 mm
Gewicht in Feuerstellung 1425 kg
Zielmittel ZF 3 x 8

Entwicklung

Schon Ende der 20er Jahre gab es Bemühungen Panzerabwehrkanonen im Kaliber von 7,5 cm bzw. 7,7 cm zu entwickeln. Schon 1934 gab es leichte Halbkettenfahrzeuge z.B. mit einem 7,5-cm-Geschütz L/40,8. Diese ersten Kanonen waren in der Lage auf 500 m immerhin 64 mm Panzerstahl zu durchschlagen. Im Gegensatz dazu war die 5-cm-Pak mit der Panzergranatpatrone 40 gerade mal in der Lage auf 500 m ganze 72 mm zu durchschlagen, und das 7 Jahre später.

Aber alle frühen Panzerabwehrkanonen mit diesem großen Kaliber wurden als Selbstfahrlafetten ausgelegt, selbst 1940 hieß es noch: "... taktische Forderungen lassen sich bautechnisch schwer in Einklang bringen; Gewicht und Waffe stehen in einem festen Verhältnis zueinander" (Walter Nehring in "Panzervernichtung").

Gegen Ende der 30er waren sowohl die Krupp AG als auch Rheinmetall-Borsig mit der Entwicklung beschäftigt, allerdings mit wenig Elan. So zeigte sich Mitte 1941, als sogar die bis dato schwere 5-cm-Pak gegen die russischen Panzer anfing zu versagen, wie dringend doch größere Kaliber sind. Dann ging alles ganz schnell, bereits im Juli des gleichen Jahres wurden 300 neue Rohre für die neue 7,5-cm Pak bestellt.

Versuchsmuster mehrerer Modelle fanden sich zum Versuchsschießen in Hillersleben ein. Obwohl die Munition samt Treibladung erst noch entwickelt werden musste, wählte man das Geschütz von Rheinmetall-Borsig aus. Aber auch die Variante von Krupp wurde beachtet, von ihr wurden 150 Versuchsmuster bestellt. Das Krupp Geschütz war noch leistungsstärker, aber auch aufwendiger. Dieses Geschütz bekam die Modellbezeichnung 41.

Im Februar 1942 kamen die ersten Geschütze zur Auslieferung und sie sollten sich bald einen Namen machen.

Munition

Die Panzergranatpatrone 39 hatte eine Anfangsgeschwindigkeit von 770 m/s und wog 6,8 kg. Ihr sollte der Vorzug gegenüber der Panzergranatpatrone 40 gegeben werden, wenn die Durchschlagsleistung ausreichend war, über 1500 m war sie sogar effektiver.

Die mit Hartkern und Lichtspur ausgerüstete Panzergranatpatrone 40 wog nur 4,1 kg. Sie war gedacht zur Bekämpfung stark gepanzerter Ziele, z.B. wie der KV-Panzer Reihe. Sie hatte eine Anfangsgeschwindigkeit von 990 m/s. Da der Kern aus Mangelmetall hergestellt war, sollte sie, wo immer es ging, von der Panzergranatpatrone 39 ersetzt werden.

Die Panzergranatpatrone 40 (W) hatte den selben Aufbau wie die Panzergranatpatrone 40, bloß dass ihr Kern aus Weicheisen bestand. Die Durchschlagsleistungen lagen dadurch unter denen der Panzergranatpatrone 40. Allerdings war durch den Weicheisenkern die Wirkung im Ziel größer. Sie erlangte aber keine größere Bedeutung.

Die Sprenggranatpatrone 34 wog beachtliche 5,74 kg und hatte bei einer Anfangsgeschwindigkeit von 550 m/s eine maximal Reichweite von 7680 m.

Ladungen
Ladung 500 m 1000 m 1500 m Mündungsgeschwindigkeit
Alle Werte beziehen sich auf 60°
Panzergranatpatrone 39 91 mm 81 mm 72 mm 770 m/Sek.
Panzergranatpatrone 40 108 mm 87 mm 69 mm 990 m/Sek.
Panzergranatpatrone 40 (W) 69 mm 56 mm 38 mm 990 m/Sek.
Sprenggranatpatrone 34 Splitterwirkung (Reichweite 7680 m) 550 m /Sek.
Granatpatrone 38 HL/B und HL/C 75 mm HL/B und 100 mm HL/C (Hohlladung) 450 m/Sek.

Hohlladungsgeschosse

Auch für die 7,5-cm-Pak gab es Hohlladungsgeschosse, in diesem Fall sogar zwei, nämlich die Granatpatrone 38 HL/B und Granatpatrone 38 HL/C. Der einzige Unterschied zwischen beiden war nur die Menge des Sprengstoffes, bei B-Ausführung waren es 0,508 kg und bei der C-Ausführung mit 0,635 kg nur unwesentlich mehr. Allerdings spiegelte es sich mit 25 mm mehr Durchschlagsleistung schon eher wieder. Mit max. 100 mm war sie zwar schlechter als das Hohlladungsgeschoss der 5-cm-Pak, konnte aber schon auf Entfernungen ab 1500 m eingesetzt werden.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [sve]

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://www.panzer-archiv.de/geschuetze/deutschland/pak7_5cm/pak7_5cm.htm
Gedruckt am: Sonntag, 19. November 2017, 17:14 Uhr
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