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M4 Sherman

Die weißen Sterne stellten für die feinde ideale Zielmarkierungen da, deshalb entfielen diese bald.

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Zusammenfassung

Wenn man an einen Panzer der US-Armee im Zweiten Weltkrieg denkt, so fällt einem höchstwahrscheinlich der Sherman als erstes ein. Dieser Panzer steht für die großen Erfolge beim Kampf gegen die Achsenmächte. Ohne den Sherman wären diese Erfolge wohl kaum so schnell zu erreichen gewesen.

Der Sherman war perfekt für die Massenherstellung geeignet, schließlich wurde darauf ja auch Wert gelegt. Er war unkompliziert, relativ einfach zu warten und vor allem zuverlässig im Feld. Er wurde von vielen Firmen, teils sogar in unterschiedlichen Varianten, gebaut. So ist es nicht verwunderlich, das er, neben dem sowjetischen T-34, zu dem häufigsten Panzern auf den Schlachtfeldern gehörte. Er kam an allen Schauplätzen zum Einsatz, z.B. im Wüstensand von Afrika. Es wurden ca. 55.000 Shermans aller Varianten gebaut. Zusätzlich wurde sein hervorragendes Laufwerk, was er ja größtenteils vom M3 hatte, für viele andere Fahrzeuge benutzt.

Der Sherman wurde auch im großen Stil in die Sowjetunion sowie an die Commonwealth-Staaten geliefert.

Im Pazifik hatte er kaum nennenswerte Gegner, auf dem europäischen Kriegsschauplatz sah das schon anders aus. Der Sherman war den neusten deutschen Konstruktionen wie dem Tiger oder dem Panther unterlegen. Allerdings wurde er ständig verbessert. Die Briten zwängten sogar ihre 17- Pfünder in den Turm, so war er wenigstens schußkraftmäßig den Deutschen ebenbürtig.

Entwicklung

Der M4 Sherman begründet sich auf den stetig stärker werdenden deutschen Panzer. Man merkte, dass der leichte M3 gegen die neuen deutschen Panzer mit ihren 7,5 cm und 5 cm Kanonen stark ins Hintertreffen geraten war. Eiligst wurde aus dem Projekt T5 der M3 konstruiert. Er hatte die stärkere 7,5 cm Kanone, allerdings nicht in einem drehbaren Turm, sondern im Kettenkasten. Diese Einschränkung entstand dadurch, dass es keinen Turm gab, der die Kanone hätte aufnehmen können. Es wurde die Entwicklung eines Turms schleunigst vorangetrieben. Und im April 1941 konnten 5 Modelle der T6-Serie vorgestellt werden. Nach erfolgreichen Tests auf dem Aberdeen-Testgelände wurden die Modelle zur Serienreife weiter entwickelt und als M4 klassifiziert.

Der M4 besaß viele Teile aus dem M3, so dass die Produktion des M3, obwohl gerade erst angelaufen, stetig reduziert werden musste. Schließlich wurde ein monatlicher Ausstoß von 2.000 Panzern gefordert. Das Laufwerk stammte zu den größten Teilen vom M3. Auf diese Wanne baute man die neuen Aufbauten, auf denen der neue Turm saß. In diesen neuen Turm saß die 7,5 cm Kanone.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Konstruktionszeichnung in einem neuen Fenster anzeigen M4

Der M4 war, trotz seiner Bezeichnung, erst das dritte Modell, welches in die Serienproduktion ging. Der gegossene Turm beherbergte die 7,5 cm M3 L/40 sowie ein 7,62-mm-MG. Das Laufwerk bei den ersten M4 war noch ein original M3-Laufwerk. So war der Getriebedeckel noch dreiteilig verschraubt und besaß Sehluken für Fahrer und Bugschützen. Später wurden die Laufwerke durch die M4-Laufwerke ersetzt, die z.B. größere Federn hatten. Außerdem wurde der Getriebedeckel nun einteilig verbaut, außerdem fielen die einfachen Sehschlitze in der Wanne weg. Zu den weiteren Veränderungen während der Produktion gehörte das koaxiale MG im Turm, ebenfalls wurde die MG-Blende im Bug ,die schmale M34-Blende, durch die breite M34A1-Blende ersetzt. Später schweißte man an der Seitenpanzerung, dort, wo die Behälter für die Munition waren, 2,54 cm starke Panzerplatten an um die Munition besser zu schützen. Die größte Änderung war allerdings die Einführung der neuen Wanne. So war die Frontpanzerung nun weiter geneigt (47°) und die Schweißnähte wurden verlegt, von vorne bekam er so ein rundlicheres Aussehen.

Als Motor diente der Continental R-975-C1 Sternmotor. Er stemmt aus 9 Zylindern ganze 400 PS und beschleunigte so den Panzer auf 34km/h.

Der M4 wurde von Juli 1942 bis Januar 1944 bei 5 Firmen 6.748 mal gebaut.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Konstruktionszeichnung in einem neuen Fenster anzeigen M4A1

Der M4A1 war der erste Sherman, der bei der Truppe angekommen ist. Äußerlich konnte man ihn gut vom M4 unterscheiden, da seine Aufbauten aus einem Teil bestanden und somit runder aussahen, da sie nicht zusammengeschweißt werden mussten. Die ersten M4A1 waren mit der alten 7,5cm- Kanone M2 ausgerüstet (die neue M3 war noch nicht verfügbar) sowie zwei MGs. Nach nur wenigen Exemplaren kam die neue M3-Kanone standardmäßig zum Einbau. Die ersten Panzer waren stark von der Produktion des M3 beeinflusst. So hatten die ersten Panzer noch die Luftfilter, die Auspuffkonstruktion und Laufwerksteile des M3.

Angetrieben wurde er vom gleichen Motor wie der M4. Grob gesagt unterscheiden sich beide Panzer nur durch den einmal gegossenen und einmal geschweißten Aufbau. Es wurden auch die selben Änderungen wie beim M4 vorgenommen, so fielen die einfachen Sehschlitze weg, einteilige Getriebegehäuse, Zusatzpanzerung, neue Laufwerksteile und die M34A1-Lafette.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen M4A1 (76)W

Es wurde relativ schnell klar, dass die 75 mm Kanone den deutschen Panzern nicht ebenbürtig war. So entschloss man sich, entgegen der eigenen Panzerdoktrin, den Sherman mit der 76-mm-Kanone auszurüsten. In dem Originalturm wurden die ersten Versuche mit dem neuen Geschütz absolviert und erfolgreich abgeschlossen. Allerdings war der neue Turm zu klein, ein neuer Turm musste her. Der Turm des T23, ein in geringer Anzahl hergestellter Testpanzer, basierte auf dem selben Drehkranz und war größer als der Alte. Mit ein paar Änderungen wurde der neue Turm der Standardturm der 76 mm Shermans.

Nach Übernahme der neuen Kanone erhielt der M4A1 (76)W auch die neue zusammengesetzte Wanne und Feuchtlagerung der Munition.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen M4A2

Er wurde von dem sogenannten "siamesischen Zwilling" angetrieben. Dieser Dieselmotor erhielt seinen Namen, weil er aus zwei GM 6-71 LKW-Motoren zusammengesetzt wurde. Nachdem 1942 die Entscheidung getroffen wurde, die US-Truppen nur mit Vergasermotoren auszurüsten, wurde er eigentlich nur noch für die Alliierten gebaut. So wurde er größtenteils an die Sowjetunion, die sowieso Dieselmotoren bevorzugte, und an England geliefert. Er kämpfte nur zweimal in den Reihen der US-Armee bzw. des Marine Corps, bei der Operation Torch und bei der Landung auf Okinawa.

Die ersten gebauten M4A2 besaßen Speicheräder (wie die ersten M4A1), diese wurden allerdings im Laufe der Produktion, aufgrund von Standartisierungsmaßnahmen, gegen die festen Scheibenrädern mit erhaben aufgeprägten Speichen getauscht.

Diese Ausführung wurde am längsten von allen Modellen gebaut.

M4A2 (76)W

Auch der A2 wurde mit der 76mm Kanone ausgerüstet. Er wurde gleichzeitig mit der 75mm Version gebaut. Von ihm wurden insgesamt 2915 mal gebaut. Er behielt den stark Schmutzempfindlichen Motor und kam so auf eine Höchstgeschwindigkeit von 34 km/h. Um ihn gegen die Feueranfälligkeit zu schützen, wurde auch er mit der Feuchtlagerung für die Munition ausgestattet.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Konstruktionszeichnung in einem neuen Fenster anzeigen M4A3

Wie die anderen Sherman auch, wurden die ersten Modelle mit einfachen Sehschlitzen ausgerüstet sowie mit der M34-Lafette. Die Wanne war, wie bei den meisten Modellen, geschweißt und daher eckiger als der M4A1. Wie bei den anderen Modellen wurden während der Produktion dieselben Verbesserungen durchgeführt. Allerdings hat der M4A3 von Anfang an ein einteiliges Getriebegehäuse. Später wurde auch eine Version mit verbesserter Wanne gebaut, dort war die Bugplatte um 47° geneigt.

Angetrieben wurde er von dem Ford GAA V8, weshalb sich auch die Motorabdeckung etwas von der des M4 unterscheidet. Ürsprünglich hatte der Motor 12 Zylinder und sollte als Flugzeugmotor eingesetzt werden. Seine 500 PS brachten den M4A3 auf 42 km/h Spitze.

Der M4A3 (alle Varianten) war der häufigste Sherman und wurde auch als Modell für den Verbleib im Heer nach dem Krieg bestimmt.

M4A3 (76)W

Auch der M4A3 wurde mit der 76-mm-Kanone ausgerüstet. Da der Panzer bei mehreren Firmen hergestellt wurde, gab es einige Überschneidungen der Merkmale. So wurden zeitgleich Sherman mit VVSS-Federung gebaut, und von einem anderen Werk welche mit der neuen HVSS-Federung (der Easy Eight). Außerdem wurden manche Sherman mit einer Mündungsbremse produziert. So kam es vor, dass man in einer Einheit verschiedene Ausführungen von ein- und demselben Panzer hatte.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen M4A3E2 "Jumbo"

Um gegen Widerstandsnester und später gegen die Siegfrieglinie anzutreten, wurde ein Panzer gefordert, der in der Lage war, auch bei starkem Feindfeuer die feindlichen Befestigungen zu durchbrechen. So wurde ein Sturmpanzer, der T14, konstruiert und gestestet. Leider waren die Tests nicht zufriedenstellend, da der Panzer Laufwerksprobleme hatte. Man entschied sich kurzfristig für die einfachste Lösung. Der Sherman M4A3 mit neuer Wanne wurde einfach mit einer stärkeren Panzerung ausgerüstet. Er behielt die alte 75-mm-Kanone, er sollte ja nicht gegen Panzer kämpfen. Außerdem war die 76-mm-Kanone nicht in der Lage Sprengmunition zu verschießen.

Das Getreibegehäuse war nun 140 mm stark, die oberen Wannenseiten 76 mm und die Bugpanzerung betrug 101 mm. Der Turm war eine Neukonstruktion und ging aus dem T23-Turm hervor. Der Turm wurde komplett gegossen und war mit 152 mm recht stark, außerdem wurde er frontal von einer 178 mm starken Blende geschützt.

Durch diese Verstärkung der Panzerung stieg das Gwicht auf ganze 42 Tonnen und brachte ihm so den Beinamen Jumbo ein. Die Jumbos wurden dafür bekannt, dass sie die Kolonnen anführten. Sie hielten noch Schüssen stand, die jeden anderen Sherman vernichtet hätten.

Konstruktionszeichnung in einem neuen Fenster anzeigen M4A3E8 "Easy Eight"

Als der M4A3 (76)W in der Erprobung war, hatte er das Kürzel E8 angehängt. Er hatte schon die HVSS-Federung, war der Höhepunkt der Shermanentwicklung im Zweiten Weltkrieg. Um ihn von Modellen mit der alten VVSS-Federung zu unterscheiden, erhielt er den Beinamen "Easy Eight".
Außerdem erhielt er die verbreiterten T 66-Ketten sowie Zusatzpanzerungen an empfindlichen Stellen. Durch die neue Kette und Federung wurde seine Geländegängigkeit z.T. ehrheblich gesteigert. Er war ein harter Brocken für seine Gegner und der stärkste Seriensherman.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen M4A4

Die Ausführung A4 war eine der kompliziertesten Modelle der Sherman-Reihe. Diesen Umstand hat sich der Panzer aufgrund seines Motoraufbaus verdient. Er hatte den Chrysler WC Multibank Motor, der 370 PS leistete. Das Kuriose und Komplizierte an diesem Motor war, dass er eigentlich aus fünf zusammengesetzten Motoren bestand. Daher hatte er alle Teile fünf mal, z.B. fünf Verteiler, fünf Wasserpumpen und fünf Vergaser. Das alles machte den Motor so klobig, dass der Panzer verlängert werden musste, und ein Buckel auf dem Heck für den nötigen Platz sorgen musste. Außerdem mussten die Tanks aus dem Motorraum verschwinden. Dafür wurden die Tanks in den Kettenkästen vergrößert. Trotzdem hatte der A4 die kürzeste Fahrstrecke aller Shermans. Nach einigen Panzern wurden Modifikationen eingeführt, z.B. eine einzige große Wasserpumpe anstatt 5 Stück.

Von den 7499 gebauten Exemplaren blieben aber nur lachhafte 56 Stück in den USA, wo sie als Schulfahrzeuge eingesetzt wurden. Die restlichen Exemplare gingen an andere Staaten, der Großteil nach England, die diesen Panzer z.T. weiterverkauften, sogar bis nach China. Die Engländer bauten auch in diesen Panzer ihre herrvorragende 17-Pfünder-Kanone ein und bauten somit den Sherman VC Firefly.

M4A5

Als M4A5 wurde der in Kanada gebaute RAM I bezeichnet. Er wurde nicht in den Dienst der US Army gestellt. Ein RAM I wurde allerdings vom US-Heer erprobt.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen M4A6

450 PS trieben den neuen A6 an. Diese Kraft wurde von dem weiterentwickelten Wright Cyclone G200 aufgebracht, der nun RD 1820 hieß. Dieser Motor konnte mit fast allem fahren was man hatte, ob Diesel, Rohöl oder Benzin. Der neue Motor kam in die lange Wanne des M4A4. Am 23. Januar wurde der neue M4A6 (vorher lief er als M4E1) genehmigt. Allerdings wurden nicht mehr als 75 Stück gebaut, da man sich kurze Zeit später auf den M4A3 als Standardpanzer einigte und somit den A6 zugunsten des A3 aus der Produktion nahm.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [sve]

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://www.panzer-archiv.de/kampfpanzer/amerika/sherman/sherman.htm
Gedruckt am: Mittwoch, 24. August 2016, 10:24 Uhr
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