Sie sind hier: Startseite » Kampfpanzer » Deutschland » Panzer IV

Panzer IV (Sdkfz 161)

Hier sieht man sehr gut warum die Alliierten den Panzer IV oft als Tiger identifizierten.

Foto: Hier sieht man sehr gut warum die Alliierten den Panzer IV oft als Tiger identifizierten. vergrößerte Ansicht anzeigenBild als Postkarte versenden

» Fotogalerien zum Panzer

» Artikelübersicht

Stammbaum in einem neuen Fenster anzeigen Zusammenfassung

Der Panzer IV war wohl eines der Arbeitstiere des deutschen Heeres. Obwohl er nie wirklich das Rückrat der Panzertruppen bilden sollte, war er trotzdem einer ihrer wichtigsten Bestandteile. Er war so gut konstruiert, dass er den ganzen Krieg über ein gefährlicher Gegner war, abgesehen von solchen Monstern wie dem Pershing und der Josef-Stalin-Reihe. Er konnte ständig verbessert werden, ob durch bessere Kanonen oder stärkere Panzerung. Er war am Anfang dem Sherman überlegen, später ebenbürtig und nur dem "Firefly" aufgrund der Feuerkraft unterlegen. Erst 1944 wurde klar, dass er veraltet war. Dafür war seine Panzerung zu schlecht angebracht, und seine Kanone konnte man auch nicht mehr vergrößern. Allerdings konnte sich das Heer immer auf diesen Panzer verlassen, ob im tiefsten Schnee oder im heißen Sand der Wüste.

Entwicklung

Den Grundstein zum Panzer IV legte eine Besprechung des Heereswaffenamtes vom 11. Januar 1934. Sie entschied, dass schwerere Panzer als die beiden leichten Panzer I und II entwickelt werden sollten. Der Panzer sollte aufgrund der maximalen Traglast deutscher Brücken ein Höchstgewicht von 24 t haben. Mit einer kurzen 7,5-cm-Kanone sollte er kleineren Panzern Unterstützung geben. Allerdings erreichte die Kanone nur mit Sprengmunition optimale Werte, die panzerbrechenden Geschosse waren fast nutzlos. Der Panzer erhielt den Namen VK 2000 bzw. Bataillonsführerwagen, um zu verschleiern, dass Deutschland entgegen dem Vertrag von Versailles Panzer baute.

Noch im selben Jahr präsentierten MAN, Rheinmetall-Borsig und Krupp ihre Prototypen. Obwohl Krupp und MAN hochmoderne Systeme mit versetzten Laufrollen vorschlugen, wie sie später im Tiger und Panther Verwendung fanden, wurden alle drei Prototypen abgelehnt.

1935 stellte Krupp den ZW-Panzer vor, der ebenfalls abgelehnt wurde. Aus diesem Modell sollte später der Panzer III hervorgehen. Allerdings lieferte der ZW-Panzer bereits die Grundlage des neuen Prototypen von 1936, den BW-Panzer. In diesem Panzer waren alle Elemente der drei vorhergehenden Panzer integriert. Zum Beispiel erhielt er die Blattfedern für die Rollen vom ZW. Ausgestattet wurde er mit der kurzen 7,5-cm-Kanone KwK L/24, für die er 122 Schuss mitführte, sowie die obligatorischen zwei MG als Nebenbewaffnung. Der Turm wurde elektrisch gedreht, den Strom dafür lieferte ein kleiner Zweizylinder-Zweitakt-Generator von DKW. Sein Laufwerk wurde den ganzen Krieg über nicht geändert. Es bestand aus vier Rollenwagen mit je zwei Laufrollen auf jeder Seite, je einem Treibrad vorn und einem Leitrad hinten. Die Kette wurde von je vier Stützrädern pro Seite gehalten.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung A

Die Produktion der Ausf. A, von der 1936 eine Serie von 35 Stück gebaut wurde, verlief schleppend. Das lag daran, dass die Firmen keine Erfahrung mit dem Bau schwerer Panzer hatten und auch die benötigten Einrichtungen erst gebaut werden mussten.


Die Ausf. A wurde nur für Testzwecke und zur Ausbildung benutzt. Das augenscheinlichste Merkmal dieser frühen Version ist der Fahrererker. Angetrieben wurde der nur 17,3 t schwere Panzer von einem Maybach-V12-Vergasermotor vom Typ HL 108 TR, der eine Leistung von 250 PS hatte. Dieser Motor sorgte für eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h und eine Reichweite von 140 km. Das Gewicht war so gering, weil die fünfköpfige Besatzung von einer Panzerung von lediglich 14,5 mm an der Wanne und 20 mm am Turm geschützt wurde.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung B

Die größte Veränderung der von 1937 an gebauten B Version war der erhöhte Panzerschutz. Die Frontpanzerung wurde auf 30 mm erhöht. Der sichtbare Fahrererker verschwand, die Front war nun glatt gestaltet. Dank einer Einsparung der Munition, es wurden nur noch 80 Schuss mitgeführt, betrug das Gewicht nur 17,7 t. Trotzdem entschied man sich Maybach HL 120 TR mit 320 PS einzubauen. Die Reichweite im Gelände konnte um 30 km auf 130 km gesteigert werden. Alle 45 gebauten Panzer nahmen am Feldzug gegen Polen teil.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung C

Endlich wurde die erste Serienversion in Angriff genommen. Die vordere Panzerung des Turmes wurde nun auf 30 mm erhöht. Die Frontplatte bestand nun aus einem einzigen Teil. Das Funker-MG entfiel in dieser Version. Trotzdem konnten zwischen 1938 und 1939 nur bescheidene 140 Panzer gebaut werden. Die Ausf. C stellte den größten Teil der Panzer IV im Polenfeldzug dar.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Konstruktionszeichnung in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung D

Im Spätsommer 1939 ging eine weitere Version in die Fertigung. Nun erhielt der Panzer IV seine Sdkfz.-Nummer, die 161. Er bekam eine erhöhte Panzerung am Heck und an der Seite, beide wurden auf  20 mm verstärkt. Erstmals wurde die Walzenblende des Geschützrohres nach außen verlegt. Das Gewicht stieg nun auf 20 t. Im Polenfeldzug nahem 45 Panzer der Ausf. D teil. Weitere 202 Exemplare wurden bis zur Einstellung der Produktion im Dezember 1940 fertig gestellt.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung E

Die Stärke der Frontplatte wurde auf 50 mm erhöht. Die Seiten sowie die Platte des Fahrers wurden mit aufschraubbaren Panzerplatten weiter verstärkt. Das Visier sowie die Kommandokuppel wurden verändert. Im Sommer 1940 bekam er endgültig seinen Namen, Panzer IV (Sdkfz. 161). Der Feldzug im Westen zeigte, dass die meisten leichten und mittleren Panzer der Franzosen und Briten nicht in der Lage waren, seine Panzerung zu durchschlagen. Bis zum Februar 1941 baute Krupp insgesamt 223 Exemplare der Ausf. E.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung F1

Der Turm wurde von Krupp bereits verändert, um die längere 7,5-cm Kanone KwK 40 L/43 aufnehmen zu können. Die Einstiegsluken waren nun als Doppelklappe verbaut. Auch wurde die Kommandantenkuppel nun weit nach vorne verlagert. Der Panzerschutz dieser Version wurde wiederum verbessert. Anstatt aufgeschraubte Panzerplatten zu verwenden, bestand die Panzerung nun aus einem Stück. Die Seite hatte inzwischen 30 mm Panzerung und die Turmfront 50 mm. Der Wannenbug war nun bis zu 80 mm stark gepanzert. Das Gewicht betrug nun stolze 22,3 t, deshalb mussten breitere Ketten (400 mm) angebracht und die Triebräder vergrößert werden. Dadurch konnte der Panzer IV eine Höchstgeschwindigkeit von 42 km/h erreichen. Das Visier wurde ein weiteres mal geändert und die Kugelblende für das MG wurde ebenfalls verbessert. Von dieser Ausführung wurden 462 Fahrzeuge gebaut.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Konstruktionszeichnung in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung F2 (Mark-Spezial)

Im März 1942 wurden die letzten gebauten Panzer IV Ausf. F mit der längeren 7,5-cm Kanone KwK 40 L/43 ausgerüstet. Um Verwechslungen zu vermeiden, wurde der Name F1 und F2 eingeführt. Die Engländer, die als erstes auf ihn trafen, nannten ihn Mark IV Special. Er war um einiges kampfkräftiger als seine Vorgängermodelle und erhielt gebührenden Respekt von seinen Gegnern.


Als im Winter 1941/42 die Deutschen in der Sowjetunion auf den T-34 und den KV-1 trafen, mussten sie feststellen, dass sie stärkere Kanonen brauchten, um diese Gegner effektiv bekämpfen zu können. Der Panzer IV war der einzige Panzer, der dafür in Frage kam. Deshalb bekam er eine verlängerte Kanone. Die Leistungen der Kanone reichten aus, um einen T-34 aus einer Entfernung von 1000 m zu zerstören.


Er erreichte eine Geschwindigkeit von nur noch 40 km/h, denn aufgrund der längeren Kanone stieg das Gewicht auf 23,6 Tonnen an.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung G

Man schraubte zusätzlich weitere Panzerplatten an, um den Panzerschutz zu verbessern. Später kamen, um die verwundbaren Laufräder,Ketten und empfindliche untere Panzerung vor den vermehrt auftauchenden Panzerbüchsen PTRS-41 und PTRD der Roten Armee zu schützen, 5,9 mm starke Platten aus Flussstahl an die Seiten der Panzer.


Die monatliche Ausstoßrate der neuen Modelle wurde aufgrund des Drucks durch das Oberkommandos weiter erhöht, und die älteren Modelle wurden auf den neuesten Stand gebracht, wenn ohnehin größere Reparaturen notwendig waren.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Konstruktionszeichnung in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung H

Der Panzer IV Ausf. H kann sich rühmen, der erste Panzer überhaupt gewesen zu sein, der ab Werk mit einer Zimmerit-Paste ausgerüstet war. Im März 1943 kam die Ausf. H in Produktion. Inzwischen hatte der Panzer mächtig an Gewicht zugelegt, er wog nun 25 t. Diese enorme Gewichtszunahme hatte natürlich Gründe. Die Kanone wurde nochmals verlängert, die 7,5 cm KwK 40 L/48 ersetzte die 7,5 cm KwK 40 L/43. Der Panzer schaffte es nur noch auf eine Höchstgeschwindigkeit von 38 km/h. Die Ausf. H war die häufigste Variante des Panzer IV.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung J

Die letzte Ausführung des Panzer IV wurde ausschließlich in den Nibelungenwerken gebaut. Die beiden größten Hersteller des Panzer IV, Krupp und Vomag, verlegten ihre Produktion Mitte 1944 auf neuere Modelle wie z.B. den Panther. Sehr auffällig waren die neuen Seitenschürzen. Sie bestanden nun nicht mehr aus Panzerplatten sondern aus Drahtgeflecht. Diese dienten als Schutz vor den neuen Panzerabwehrwaffen der Gegner, die auf dem Hohladungsprinzip basierten. Als positiver Nebeneffekt war diese auch günstiger in der Herstellung und zudem erheblich leichter als die Panzerplatten. Im Sommer 1944 wurde das Laufwerk minimal modifiziert, um die neuen Ostketten, die besser für Gefechte auf Eis und Schnee geeignet waren, montieren zu können. Aufgrund der Materialknappheit musste man auf den elektrisch schwenkbaren Turm verzichten und ein Handrad einbauen. Dadurch brauchte der Turm erheblich länger zum Drehen. Allerdings wurde nun der Platz für die elektrischen Anlagen, die nun entfielen, für einen größeren Tank benutzt. Der neue Tank fasste 680 Liter und erweiterte die Reichweite auf 322 Kilometer.


Die Nibelungenwerke bauten 1944 und 1945 insgesamt 1758 Panzer IV Ausf. J. Eigentlich sollte im Februar 1945 die Fertigung des Panzer IV auslaufen, tatsächlich wurde er aber weiter gebaut, bis die Produktion zusammenbrach.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [sve]

» Weitere Informationen zum Thema

Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://www.panzer-archiv.de/kampfpanzer/deutschland/panzeriv/panzeriv.htm
Gedruckt am: Sonntag, 24. September 2017, 21:31 Uhr
© 2001 - 2017 Team Panzer-Archiv

Weitere Informationen

» Suche

 

» Medientipp

Der Zweite Weltkrieg - Das Heer - Krieg der Landser und Panzer
[Der Zweite Weltkrieg - Das Heer - Krieg der Landser und Panzer]