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Panzer VI Königstiger (Sdkfz 182)

Dieses Bild entstand auf dem Burgberg in Budapest (Ungarn) während der Horty-Krise.

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Stammbaum in einem neuen Fenster anzeigen Zusammenfassung

Der Königstiger war wohl der stärkste deutsche Serienpanzer. Er hatte aufgrund der schnellen Entwicklung viele Kinderkrankheiten, die ersten fünf Serienfahrzeuge mussten aufgrund der Mängel verschrottet werden. Wenn er aber auf dem Schlachtfeld erschien war, war er sehr gefährlich. Er konnte so z.B. einen Sherman oder Cromwell auf einer Entfernung von über 3200 m aus jedem Winkel zerstören. Die Frontpanzerung wurde kein einziges mal von einem Panzer oder Pak durchschlagen, was seine Defensivestärke demonstriert. Seine Seitenpanzerung konnte allerdings von einem T-34/85 in einer Entfernung von 1500 m durchschlagen werden. Er war hoffnungslos untermotorisiert, seine 700 PS mussten schließlich 69,4 Tonnen bewegen was auch den Benzinverbrauch in ungeahnte Höhen trieb. Auf der Straße erreichte er eine Geschwindigkeit von 38 km/h, im Gelände waren es aber nur noch 17 km/h, der Panther schaffte es zum Vergleich noch auf 24 km/h. Diese Tatsache war aber nicht so gravierend da er, ähnlich dem Tiger I, eher die Rolle eines fahrbaren Bunkers hatte. Die verlorenen 20 Königstiger während der Ardennenoffensive zeigten deutlich seine Schwächen auf, nämlich die technischen Mängel. So gingen von den 20 Panzern nur 5 auf das Konto von Feindfeuer, allerdings wurde von den Amerikanern behauptet mehr abgeschossen zu haben. Tatsächlich haben die Amerikaner fast ausschließlich schon aufgegebene Panzer abgeschossen.

Einen kuriosen Auftrag hatten 35 Königstiger bei der Operation Panzerfaust. Sie halfen SS-Truppen und Elite-Fallschirmjäger beim Sturm auf die Burgberg-Festung, dem Sitz der Ungarischen Regierung. Die alte Regierung hatte einen Waffenstillstand mit den Sowjets unterzeichnet. Um Ungarn im Krieg zu halten, musste die alte Regierung gestürzt werden und sollte durch den Hitlertreuen Frenec Szalasi ersetzt werden. Innerhalb von 30 Minuten konnten die Verteidiger überwältigt werden.

Insgesamt war der Königstiger, wenn man von den technischen Mängeln absieht, ein guter Defensiv-Panzer. Er konnte das Schlachtfeld dominieren und den Feinden die Angst in die Glieder treiben. Allerdings wurde er zu spät und in zu geringer Zahl gebaut, um etwas ausrichten zu können.

Entstehung

Bei der Führerkonferenz am 26. Mai 1941, kurz vor der Operation Barbarossa, wurde entschieden einen Panzer zwischen 35-45 t zu bauen. Henschel und Porsche wurden damit beauftragt den Panzer zu konstruieren, gleichzeitig sollte Krupp die Bordkanone entwickeln. Auf der Grundlage der Flugabwehrkanone 8,8cm-FlaK 41 sollte schließlich die 8,8cm-KwK 43/3 L/71 entstehen, um eine der besten Kanonen des Krieges zu werden.

Als man im Sommer 1942 auf den KV und T-34 traf, bekam die Entwicklung eine erhöhte Dringlichkeit. Er sollte nun jeden Sowjetischen Panzer und die in der folgenden Zeit von den Sowjets entwickelten Panzern überlegen sein. Er sollte eine abgeschrägte Panzerung bekommen um optimal geschützt zu sein. Im August 1942, im selben Monat lief die Produktion des Tiger I an, wurde der offizielle Auftrag vom Heereswaffenamt an Henschel und Porsche gegeben einen solchen Panzer zu bauen.

Ende 1942 begannen bei Porsche die Arbeiten am P2. Der P2 besaß einen Kruppturm mit der Kanone des Tiger I. Die Arbeiten wurden nie beendet, zum einen, weil es sich Ferdinand mit einigen einflussreichen Leuten verscherzte und weil der P2 sehr große Mengen Kupfer, welches sehr knapp war, benötigte.

Dem Henschel Prototyp H3 ging es nicht viel besser. Ständig wurden die Vorgaben geändert, erst als Hitler persönlich einschritt und befahl die Panzerung der Front auf 185 mm und der Seiten auf 80 mm zu erhöhen, ging die Entwicklung sichtbar weiter. Viele der anderen Modifikationen begründeten sich mit der gleichzeitigen Entwicklung des Panther II, da die Wehrmacht endlich die Vorteile der Standardisierung erkannte.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Konstruktionszeichnung in einem neuen Fenster anzeigen Königstiger-Serienversion

Im Oktober erhielt Henschel den Auftrag 176 Königstiger mit der neuen 8,8cm-KwK 43/3 L/71 zu bauen. Die neue Kanone war viel Leistungsfähiger als die 8,8cm-KwK 36 L/56, war aber zu groß um in den Tiger I eingebaut zu werden. Allein das Rohr der neuen Kanone hatte eine Länge von 5,8 m und war damit länger als ein ganzer Panzer III (5,7m). Im November 1942 wurden die Aufträge für Porsche storniert und Henschel bekam nun einen Auftrag von insgesamt 526 Fahrzeugen. Die ersten 50 Königstiger sollten die schon gebauten Porschetürme bekommen, die unglücklicher Weise eine Schussfalle hatten.

Die ersten 3 Vorserienfahrzeuge lieferte Henschel im Dezember 1943 aus und die ersten 3 Serienfahrzeuge folgten im Januar 1944. In Kassel rollten nun im Februar schon 8 Königstiger vom Band und 95 Tiger I. Die Produktion in Kassel stieg 1944 immer mehr auf den Königstiger um, bis die Produktion des Tiger I im September endgültig endete. Im August 1944 wurden 94 Königstiger fertig gestellt. Zwischen dem 22. September und dem 7. November wurde das Werk in Kassel fünf mal Opfer der amerikanischen Bombenangriffen und war nur noch eine Ruine. Aufgrund der Bomberangriffe konnte Henschel im Oktober nur noch 26 Fahrzeuge fertig stellen. Bis März 1945 konnten insgesamt 492 Stück gebaut werden, die Prototypen V1- V3 und die Fahrgestellnummern 2800001-250047 mit "Porscheturm" sowie 280048-250489 mit Produktionsturm.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [sve]

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://www.panzer-archiv.de/kampfpanzer/deutschland/panzervib/panzervib.htm
Gedruckt am: Donnerstag, 11. März 2010, 19:30 Uhr
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