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Kreuzerpanzer Challenger

Der

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Der britische Challenger war eines der erfolglosesten Erzeugnisse der britischen Panzerindustrie. Er ging aus einer Forderung aus dem Jahr 1941 hervor, wonach eine schwere Kanone aufmontiert werden sollte, die in der Lage war auch die schwersten deutschen Panzer anzugreifen. Es war die 17 Pfünder 76,2-mm-Kanone vorgesehen, deren Entwicklung damals abgeschlossen wurde. Als Chassis wurde das des A27 Cromwell/Centaur benutzt, da es eine geeignete Grundlage für das Fahrgestell zu sein schien, und es begannen die Arbeiten zur Anpassung dieses Chassis an die schwere Kanone.

Die neue Kanone erforderte zwei Dinge: eine viel größeres Fahrgestell, das die zugehörigen Gewichte aufnehmen konnte, und das andere war ein größerer Turmring um die Rückstoßkräfte abzufangen. Zu jener Zeit waren alle vorhandenen Konstruktionen für einen so großen Turmring nicht geeignet, aber durch Verlängern des vorhandenen Cromwell Fahrgestells und Zufügen eines weiteren Laufrades konnte der für den Turmring vorgesehene Bereich entsprechend verbreitert werden. Dies bildete die Grundlage des als A30 bekannt gewordenen und schließlich als Challenger produzierten Fahrzeugs.

Das erste Versuchsmodell war im März 1942 fertig und wie viele hastige Improvisationen schnitt es während der ersten Versuche schlecht ab. Das Extragewicht des ziemlich hohen und optisch hässlichen Turmes war durch die verlängerte Aufhängung nicht richtig ausgeglichen, was für viele Schwierigkeiten sorgte. Außerdem machte die aufmonierte schwere Kanone das Schwenken so langsam, dass der ursprüngliche Schwenkmechanismus umkonstruiert und ersetzt werden musste. Wegen der beachtlichen Größe der 17-pfündigen Munition konnte nur eine begrenzte Anzahl Munition innen mitgeführt werden. Um zusätzlichen Platz zu schaffen, musste man das Maschinengewehr des Rumpfes entfernen, wodurch nur noch das koaxiale 7,62-mm-MG übrig blieb. Das vielleicht größte Problem stellte das Gesamtgewicht dar: Es war so hoch geworden, dass die Panzerung vermindert werden musste um es auf einen vernünftigen Wert zu bringen. Die Stärke der Panzerung lag zwischen 20 und 102 mm. Trotz all dieser Probleme wurde der Challenger in die Produktion überführt und zwar wegen seiner feuerstarken Kanone, die schließlich jeden bekannten deutschen Panzer zerstören konnte.

Aber die Einführung des Challenger in die Produktion lief aus einer Vielzahl von Gründen nur langsam an. Als im März 1944 die ersten Exemplare die Produktion verließen, war es schon zu spät für den Challenger um an dem ausgiebigen Programm auf Prüfung der Wasserdichtheit teilzunehmen (das für die Landung in der Normandie erforderlich gewesen wäre). Ein weiterer Schlag gegen das Challenger-Programm war die Tatsache, dass der Sherman M4 angepasst worden war um die 17-pfündige Kanone aufzunehmen. Bei dieser Umnutzung zum Firefly wurden viele der Aufgaben übernommen, die für den Challenger in den ersten Phasen der Feldzüge nach der Landung in der Normandie vorgesehen waren. So war dem Challenger ein eher unbeachtetes Dasein beschieden. während der Firefly sich den Weg frei kämpfte, der besser geeignet war, als sein britischer Konkurrent.

Einige Challenger kamen gegen Ende 1944 dennoch zum Einsatz. Größere Stückzahlen wurden an die Aufklärungsregimenter der britischen Panzerdivisionen geliefert um ihnen eine Feuerunterstützung zusätzlich zu den 75-mm-Cromwells zu geben, die damals zur Hauptausrüstung dieser Einheiten gehörten.
Der während des Zweiten Weltkrieges produzierte Cruiser Tank Challenger hatte keine Ähnlichkeit mit dem mächtigen Challenger, der gegenwärtig von der britischen Armee genutzt wird.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [fm]

Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://www.panzer-archiv.de/kampfpanzer/england/challenger/challenger.htm
Gedruckt am: Sonntag, 24. September 2017, 21:32 Uhr
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