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Kreuzerpanzer Mk VI Crusader

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Der Cruiser Tank Mk VI, der als Crusader (Kreuzfahrer) bekannt wurde, hatte seine Ursprünge etwa zur selben Zeit wie der wenig bekannte Covenanter. Er war aber eine Nuffield Konstruktion und benutzte daher den Nuffield Motor Liberty Mk III und ein Nuffield Getriebe. In seiner Gesamterscheinung und seiner Auslegung ähnelte der Crusader dem Covenanter, wies aber einige Unterschiede auf. Einer bestand darin, dass der Crusader auf jeder Seite fünf Laufräder hatte statt vier wie der Covenanter.

Der Prototyp wurde als A15 bekannt. Er hatte das ungewöhnliche Merkmal von zwei vorderen Miniaturtürmen, einer vor der Fahrerhaube und der andere für einen Schützen im Vorderteil des Rumpfes. Jeder dieser Türme war mit einem 7,92 mm Maschinengewehr ausgerüstet, aber nach den ersten Versuchen wurden die Waffe des Fahrers und der Turm entfernt. Diese Versuche zeigten abermals deutlich, dass die Motorkühlung nicht ausreichte und die Schaltung unzuverlässig war. Um Abhilfe für dieses und andere Probleme zu schaffen wurde viel Zeit benötigt, und selbst als der Crusader aus dem Dienst genommen wurde, waren viele dieser Kinderkrankheiten noch vorhanden.

Das erste Modell das von ihm produziert wurde, war der Crusader I, der eine zweipfündige Kanone (40 mm) und eine Panzerung auf 40 mm Grundlage hatte. Als die Crusader I 1941 in den Dienst gestellt wurden, genügten sie schon nicht mehr den neuen Kampfbedingungen. Da die neue sechspfündige 57 mm Kanone noch nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stand, wurde nur die Panzerung auf 50 mm erhöht um den Crusader II herauszubringen. Erst beim Crusader III wurde die sechspfundige Kanone eingebaut. Dieser erwies sich als die ernsthafte "Kampfversion" des Crusaders während der Nordafrikafeldzüge, bevor er durch den amerikanischen M4 Sherman ersetzt wurde. Im Einsatz erwies sich der Crusader als schnell und beweglich, aber seine Panzerung war zu dünn und die mit zweipfundigen Kanonen bewaffneten Panzer waren der deutschen Gegenseite weit unterlegen. Ihre Zuverlässigkeitsprobleme trugen wenig dazu bei, die Chancen der Crusader auf Überleben unter Wüstenbedingungen zu erhöhen, dennoch wurden ständig Verbesserungen vorgenommen. Der Crusader II CS wurde sogar mit einer 76,2 mm Haubitze ausgestattet.

Als schließlich die Crusader als Kampfpanzer ausgedient hatten, wurden sie für eine Vielzahl von Spezialaufgaben eingesetzt. Einige wurden als Luftabwehrpanzer umgebaut, indem entweder eine einzelne 40 mm Bofors-Kanone (Crusader III AA I) oder eine 20 mm Zwillings- oder Tripelkanone (Crusader III AA II) aufgesetzt wurde. Es gab auch eine gepanzerte Version ohne Turm, mit einem Rahmenausleger als Bergungsfahrzeug (Crusader ARV) und eine weitere turmlose Version mit einem Schiebeschild für Pionieraufgaben auf dem Schlachtfeld (Crusader Dozer). Viele Crusader wurden mit einem offenen Aufbaukasten für den Einsatz als schnelle Artilleriezugmaschinen (Crusader Gun Tractor) ausgestattet und während der Jahre 1944 und 1945 in weiten Teilen Europas benutzt um die 17 pfündigen 76,2 mm Flugabwehrkanonen zu ziehen. Noch mehr wurden für Versuche benutzt: von Motorinstallationen über Minenräumgeräte bis zu Watversuchen die zu den Panzern mit "Duplex-Antrieb" (Schwimmpanzer) führten.

Der Crusader war einer der "klassischen" britischen Panzer des Zweiten Weltkrieges und hatte ein schneidiges und attraktives Aussehen, das über seinen Mangel an Gefechtswirksamkeit hinwegtäuschte. Trotz seiner niedrigen und aggressiven Silhouette war er als Gefechtspanzer oftmals unterlegen, kam aber in vielen Varianten für Spezialaufgaben zum Einsatz im Krieg.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [fm]

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://www.panzer-archiv.de/kampfpanzer/england/crusader/crusader.htm
Gedruckt am: Sonntag, 24. September 2017, 21:31 Uhr
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