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Infanteriepanzer Mk III Valentine

Mk III Valentine

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Im Jahr 1938 wurde Vickers eingeladen um sich am Produktionsprogramm für den neuen Panzer Matilda II zu beteiligen. Da aber diese Firma bereits eine Produktionslinie für die Fertigung eines schwedischen Kreuzerpanzer eingerichtet hatte, der als A10 bekannt war, wurde ihr angetragen einen neuen Infanteriepanzer auf der Grundlage des A10 zu bauen. Vickers erarbeitete gründliche Pläne, und der vom A10 abgeleitete Panzer wurde im Juli 1939 in die Produktion überführt. Bis zu diesem Zeitpunkt zweifelten die Planer in der Armee an der Wirksamkeit der Entwürfe von Vickers. Diese beinhalteten die Beibehaltung eines kleinen 2-Mann-Turms, der mögliche Vergrößerungen der Bewaffnung begrenzen würde, aber Mitte 1939 war der Krieg im Anzug und Panzer wurden dringend benötigt.

Der neue Vickers-Panzer, der bald als der Infantry Tank Mk III Valentine bekannt wurde, profitierte stark von den Erfahrungen mit dem A-10, aber war viel stärker gepanzert. Da man viele der Schwierigkeiten, die der A-10 bereitete, bereits kannte, berücksichtigte man sie bei der Konstruktion des Valentine, der sich somit als ein relativ störungsfreies Fahrzeug erwies. Die Massenproduktion begann schnell und die ersten Exemplare des Valentine I waren im Herbst 1940 fertig.

Im Jahr 1941 war der Valentine ein erprobter Typ, und viele wurden als Kreuzerpanzer eingesetzt um deren Mangel zu überwinden. Zweifellos stellte der Valentine eine der wichtigsten britischen Panzer dar, aber der Hauptgrund hierfür war vor allem die Menge und weniger die Qualität. Bis Anfang 1945, als die Produktion auslief, hatte man 8.275 Stück gebaut, und während einer bestimmten Zeitspanne im Jahr 1943 war ein Viertle der gesamten britischen Panzerproduktion Panzer vom Typ Valentine. Dieser Typ wurde auch in Kanada und von einigen weiteren Konzernen neben Vickers im UK produziert.

Es gab zahlreiche Varianten des Valentine, allein elf verschieden Modelle von Panzern mit einer Kanone als Hauptwaffe - von einer 2-pfündigen (Valentine I-VII) über die 6-pfündige (Valentine VIII-X) bis zur 75-mm-Kanone (Valentine XI). Außerdem existierte noch eine Selbstfahrgeschützversion mit einer 25-Pfund-Feldkanone, die als Bishop bekannt wurde. Panzer vom Typ Valentine liefen auch als Fahrzeuge für Sonderaufgaben im gesamten Bereich von mobilen Brücken (Valentine Bridgelayer) bis zu Kanalverteidigungsfahrzeugen (Valentine CDL) und von Beobachtungsposten (Valentine OP) bis zu Minenräumgeräten (Valentine Scorpion und Valentine AMRA). Die Anzahl dieser Varianten stellten eine ganze Legion dar. Viele von ihnen wurden als Einzelstücke für experimentelle Zwecke gebaut. Typisch hierfür waren die frühen Fahrzeuge Modell Duplex Drive Valentine, die benutzt wurden um den Duplex Antrieb zu erproben. Diese Panzer waren tatsächlich so erfolgreich, dass der Valentine damals als Standard-Panzer für Duplex-Antrieb galt. Darüber hinaus baute man den Flammenwerf-Panzer Valentine Flamethrower, und ein anderer Versuch bestand darin einen speziellen Panzerkiller mit einer 6-pfündigen Panzerabwehr-Kanone hinter einem Schild zu produzieren. Dieses Projekt kam nicht zustande; dafür wurde das Fahrgestell des Valentine später als Grundlage für den Archer benutzt, ein oben offenes Fahrzeug mit einer 17-pfündigen Kanone auf der Rückseite. Er wurde in Europa von 1944 an eingesetzt.

Das Grundmodell des Panzers Valentine wurde während seiner gesamten operativen Einsatzzeit ausgiebig abgeändert, aber es blieb stets zuverlässig und widerstandsfähig. Er wurde von vielen Armeen der Alliierten eingesetzt, z.B. der von Neuseeland und Burma. Die Hauptmenge der kanadischen Produktion wurde in die Sowjetunion geschickt, wo dieser Typ anscheinend gute Dienste geleistet hat. Der Valentine hatte seine Nachteile, aber insgesamt bestand sein Hauptbeitrag darin, dass er in ausreichender Menge zu Verfügung stand, als er am dringendsten gebraucht wurde. Nicht viele britische Panzerkonstruktionen können dies für sich in Anspruch nehmen.

Einsatz

Die ersten Exemplare wurden im Mai 1940 an die Kavallerie übergeben, um die Verluste von Dünkirchen auszugleichen. Später wurden sie jedoch alle an die Panzerbrigaden abgegeben, um die eigentliche Aufgabe, der Infanterie Unterstützung zu geben, auszuführen.

Ca. 2700 wurden in der Sowjetunion eingesetzt. Die Russen waren von der Einfachheit des Triebwerks begeistert und verwendeten den Valentine sofort im Kampf. Allerdings ersetzten sie die schwache 2-Pfünder-Kanone durch ihre eigene 76,2 mm - KwK. Die alte Kanone war einfach zu schwach um die deutschen Panzer gefährden zu können.

Im britischen Dienst kamen die ersten Valentines erst im Wüstenfeldzug 1941 richtig zum Einsatz. Diese Panzer waren als sehr zuverlässig bekannt, es soll einige Valentines gegeben haben, die von El Alamein nach Tunis 4830 km auf den eigenen Ketten fuhren und der 8.Armee folgten. Einige Panzer wurden auch in den pazifischen Schlachten gebraucht, auch dort war vor allem Valentine im Einsatz.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [fm]

Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://www.panzer-archiv.de/kampfpanzer/england/valentine/valentine.htm
Gedruckt am: Sonntag, 19. November 2017, 17:01 Uhr
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