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T-34

Der T-34 versetzte der Wehrmacht einen Schock, denn er verband Feuerkraft und Geschwindigkeit mit gutem Panzerschutz.

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Zusammenfassung

Wohl kein anderer Panzer hat die Entwicklung zukünftiger Panzer so beeinflusst wie der T-34. Er verband Beweglichkeit, Feuerkraft und einen guten Panzerschutz so gut wie kein Panzer vor ihm. Er kam den sowjetischen Kriegsanstrengungen sehr entgegen. Er war den deutschen Panzern überlegen und sehr einfach zu bauen. Es wurde auf jeglichen Komfort für die Besatzungen verzichtet. Auch war er das genaue Gegenteil der deutschen Panzerkonstruktionen. Er verzichtete vollständig auf komplizierte Technologien, deshalb konnte er auch in schier ungeahnten Stückzahlen produziert werden, auch ganz ohne Fachpersonal.
So war es kein Wunder, dass er sich zum Standardpanzer der Roten Armee entwickelte. Die deutschen Konstrukteure nahmen den T-34 schließlich als Vorbild für die Konstruktion des Panzer V Panther.
Jedoch hatte auch ein so erfolgreicher Panzer seine Schwächen. So waren bei den ersten Versionen die Turmluken so groß, dass der Kommandant fast aus dem Panzer steigen musste, um während der Fahrt aus dem Turm sehen zu können. Der Kommandant hatte es sowieso sehr schwer, denn anders als in deutschen Panzer, wo drei Mann im Turm saßen (Ladeschütze, Richtschütze, Kommandant), saßen im T-34 nur der Kommandant und der Ladschütze. So musste der Kommandant die Kanone ausrichten, abfeuern und den Panzer kommandieren. Damit war der Kommandant stark überfordert, was die Leistung des Panzers nicht unerheblich senkte. Erst im T-34/85 kam ein fünftes Besatzungsmitglied an Bord und entlastete so den Kommandanten. Nichtsdestotrotz war er der beste mittlere Panzer der Sowjets.
Er sollte der am zweitlängsten produzierte Panzer des zweiten Weltkrieges sein, nach dem deutschen Panzer IV. Er wurde noch in weiteren Kriegen eingesetzt, um dort gegen seinen ehemaligen Verbündeten, den Sherman, zu kämpfen.

Entwicklung

Der T-34 basiert auf dem Laufwerk von John Walter Christie und ist eine Weiterentwicklung der alten BT-Serie. Er ging aus den Projekten A-20, A-30 und A-32 hervor. Nach einigen Tests befanden die Entwickler, dass der A-32 noch einiges an Gewicht zulegen könnte. Sie hoben die Panzerung von 30 mm auf 45 mm an. Da die Situation in Europa inzwischen stark angespannt war, wurden der Vorschlag angenommen und sofort 200 Panzer gefordert, obwohl von dem Panzer nicht einmal ein Prototyp existierte. Nachdem die Prototypen, die im Januar 1940 fertig wurden, einen materialmordenden Test bestanden hatten und die Pläne fertig waren, konnte die Serienproduktion starten. Das einzige was noch fehlte, war ein Name für den neuen Panzer. Koschkin, der Hauptentwickler des Panzers, brachte den Mut auf und erklärte dem Verteidigungskommissar Kliment Voroschilow, den Panzer nicht nach ihm zu benennen. Er stellte sich den Namen T-34 vor. T für Tankow (Panzer) und die 34 für das Jahr, in dem die Verstärkung der Panzertruppe gefordert wurde. So sollte der Panzer seinen Namen bekommen, den schon bald die halbe Welt kennen würde.

T-34/76 Modell 1940

Im Turm aus Walzstahl war die kurze 76 mm Kanone L-11 (L/30,3) Modell 1938 montiert. Die ersten 115 T-34 besaßen am Turmheck ein zusätzliches 7,62 mm Maschinengewehr vom Typ Degtjarow DT. Die Wanne war komplett verschweißt und hatte nur drei verschiedene Stahlstärken vorzuweisen. Der Turm hatte einen sehr großen Überhang, was deutsche Soldaten ausnutzen, um auf den Panzer zu klettern und dort Tellerminen zu platzieren. Auch hatte er eine sehr klobige Luke, die dem Kommandanten die Sicht fast vollständig versperrte. Das Christie-Laufwerk hatte fünf große Laufrollen, wobei sich eine deutliche Lücke zwischen der zweiten und dritten Laufrolle befand. Das Kettenrad saß aus Sicherheitsgründen hinten. Diese ersten T-34 zeigten noch Zeichen handwerkliches Geschicks, das bei späteren Panzern zunehmend verschwand.

Ende 1941 wurden einige mit der sehr langen 57 mm Kanone ZIS-4 ausgestattet, die es ermöglichte, gepanzerte Fahrzeuge auf größere Entfernung zu bekämpfen.

T-34/76 Modell 1941

Die größte Änderung betraf die Bewaffnung. Es wurde nun die längere 76-mm-Kanone L/41,5 Modell 1940 eingeführt. Einige Modelle erhielten ein zweites Sehrohr. Auch wurde die Rohrwiege nun verschraubt, anstatt gegossen. 1942 bekamen einige Panzer einen gegossenen Turm und breitere Ketten. Einige erhielten sogar den Flammenwerfer ATO-41, dabei war der Brennstoff in einem gepanzerten Tank hinten an der Wanne angebracht.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen T-34/76 Modell 1942

Das Modell 1942 wurde aufgrund der Frontberichte stark überarbeitet. Der Turm war nun sechseckig, standardmäßig gegossen und besaß keinen Überhang mehr. Die große Luke, die dem Kommandanten die Sicht versperrte, wurde gegen eine zweigeteilte Luke ausgetauscht. Die Bughalterung für das MG wurde überarbeitet, um den Einsatz desgleichen zu verbessern. Um auf die neuen deutschen Panzer zu reagieren, wurden nun zusätzliche Panzerplatten verschweißt. Des Weiteren wurden die Kraftstofftanks vergrößert.

T-34/76E

Die ab 1943 gebauten T-34 unterschieden sich nur unwesentlich von ihren Vorgängern. Es wurden nur die Luftfilter und Schmierung verbessert. Mit dem Fortschritt der sowjetischen Industrie konnten die Panzer nun mit automatischen Schweißverfahren und mit besseren Materialien gebaut werden. Das erhöhte die Stärke der Schweißnähte. Die Sowjets unterschieden nicht zwischen den Versionen E und F.

T-34/76F

Der T-34 F verfügte als einziger T-34 mit der 76-mm-Kanone über eine Kommandantenkuppel. Die wichtigste Neuerung war dagegen die Verbesserung der Antriebskomponenten. Es wurde nun ein Fünfganggetriebe anstatt eines Vierganggetriebes verwendet. Des Weiteren wurde die gesamte Mechanik überarbeitet. Es wurden aber nicht mehr viele F Modelle gebaut, da bald klar wurde, dass die 76-mm-Kanone den neuen deutschen Panzern nicht mehr gewachsen war. Die Entwicklung einer stärkeren Bewaffnung war die Folge.

T-34/85

Um den T-34 auf dem gleichen hohen Level zu halten, wie die neuesten deutschen Panzer, wurde der Auftrag erteilt, eine neue Kanone in den Panzer einzubauen. Da zu dieser Zeit mehrere Kanonen mit einem Kaliber von 85 mm entwickelt wurden, bot es sich an, diese dafür zu verwenden. Die Werke "Roter Sormowo" und das Uralsker Panzerwerk stellten die Versuchspanzer her. Beide Werke verwendeten dazu die Kanonen der Muster D-5T, LB-1, S-50 sowie S-53. Das Uralsker Panzerwerk entwickelte außerdem einen neuen Turm für den Panzer, der ursprünglich für den KV-85 gedacht war. Um den neuen Turm aufnehmen zu können, musste der Drehkranz von 1420 mm auf 1600 mm vergrößert werden.
Nach dem die Erprobung abgeschlossen war, begann die Serienfertigung. Als Waffe war die S-53 vorgesehen, allerdings mussten die ersten Modelle von Januar bis März 1944 mit der D-5 ausgerüstet werden. Die S-53 war zum Produktionsstart noch nicht fertig entwickelt, nach ihrer Fertigstellung wurde sie als SIS-S-53 als Hauptwaffe des T-34/85 aufgenommen.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [sve]

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://www.panzer-archiv.de/kampfpanzer/sowjetunion/t34/t34.htm
Gedruckt am: Sonntag, 19. November 2017, 17:04 Uhr
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