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Sturmgeschütz III (Sdkfz 142)

Das Stug III basierte auf der Basis des Panzer III, so wurden noch Stug III hergestellt als der Panzer III schon fast von der Front verschwunden war.

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Stammbaum in einem neuen Fenster anzeigen Zusammenfassung

Das Sturmgeschütz III, oder auch einfach nur StuG III genannt, war ursprünglich zur Infanterieunterstützung geplant, wurde aber immer mehr als Panzerabwehrfahrzeug eingesetzt. Der Panzerschutz wurde stetig erhöht, genauso wie die Leistung der Kanone. Das StuG III war ein hervorragendes Panzerabwehrfahrzeug. Es hatte eine sehr niedrige Silhouette, was es für den Gegner schwer machte ein gut getarntes StuG III zu entdecken bzw. es beim Gefecht zu treffen. Der größte Nachteil war aber, dass es eine fast starre Kanone hatte und so grob ausgerichtet werden musste um ein Ziel zu bekämpfen. Dieser Nachteil fiel aber beim meist defensiven Einsatz kaum auf und bei Straßenkämpfen fiel er ganz weg. Der größte Vorteil des StuG III war seine Zuverlässigkeit und seine billige Produktion, was seine Produktionszahlen von über 9000 Einheiten beweist. Obwohl es später bessere Panzerjäger gab, wurde das StuG III bis Kriegsende hergestellt. Da es sehr vielseitig war, stritten sich die Panzertruppe, die Artillerie und die Infanterie um diese Fahrzeuge. Der Kampf endete mit einem Kompromiss: Hitler unterstellte Guderians Panzertruppe und ausgewählten Panzerjägerbataillonen der Infanterie einige Sturmgeschütze, die Mehrheit blieb aber bis Kriegsende bei der Artillerie.

Da die Sturmgeschütze von Krisenherd zu Krisenherd geschickt wurden und mit Soldaten zusammen kämpfen mussten, die keine Erfahrung mit dem Zusammenspiel hatten, wurden 1944 den Sturmgeschützen eigene Infanteriezüge mitgegeben. Allerdings konnten bis zum 01. Januar 1945 nur sieben Sturmartilleriebrigaden einen eigenen Infanteriezug erhalten. Am 01. Februar 1945 hatte die Wehrmacht 6501 Sturmgeschütze im Dienst aber nur noch 6191 Panzer. Insgesamt gesehen war das StuG III ein sehr gutes Fahrzeug das sehr zuverlässig war, leicht herzustellen und eine gute Kampfkraft hatte. So ist es nicht verwunderlich, dass kein anderes gepanzertes Fahrzeug der Wehrmacht so oft gebaut wurde.

Entwicklung

Mitte der 30er Jahre wurde von den Artillerieführern ein gepanzertes Fahrzeug gefordert, um der Infanterie ein Nahunterstützungsfahrzeug zu geben, da alle gepanzerten Einheiten, nach der neuen Militärphilosophie, in reinen mechanisierten Verbänden zusammengefasst werden sollten. Im Juni 1936 wurde der weitsichtige Auftrag vom Heereswaffenamt erteilt, ein Fahrzeug zu entwickeln, das eine sehr niedrige Silhouette haben sollte, um seine Überlebensfähigkeiten zu steigern. Die Kanone sollte sowohl Sprenggeschosse für die Infanterieunterstützung als auch panzerbrechende Munition zum Kampf gegen Panzer verschießen können. Dieses Fahrzeug sollte von Daimler-Benz entwickelt werden und eine von Krupp entwickelte Hauptbewaffnung erhalten.

Ende der 30er konnte der erste Prototyp vorgestellt werden. Der Prototyp basierte auf dem Laufwerk des Panzer III und hatte die kurze 7,5cm-KwK L/24, die aus dem Panzer IV stammte. Man entschied sich bewusst für das Laufwerk vom Panzer III, da es viel leichter war als das vom Panzer IV und man so das geforderte Gewicht von 20 Tonnen halten konnte. Das Sturmgeschütz war viel besser gepanzert als die ersten Panzer III und IV, was seine Überlebensfähigkeiten noch steigerte. Die Silhouette war sehr klein, so war das Sturmgeschütz gerade mal 1,95m hoch und somit sehr viel kleiner als der Panzer III mit einer Höhe von 2,50m. Die geringe Höhe wurde aber mit einer starren Kanone erkauft. Die Kanone wurde direkt in den Aufbau gesetzt und hatte einen Schwenkbereich von nur 12,5° links und rechts, das bedeutete, dass man das ganze Fahrzeug grob ausrichten musste um ein Ziel zu beschießen. Es wurden 5 Fahrzeuge auf dem Fahrgestell 2/ZW (Panzer III Ausf. B) gebaut, bei denen der Aufbau nicht aus Panzerstahl bestand. Diese Fahrzeuge wurden bei der Sturmartillerieschule Jüterbog als Schulungsfahrzeuge eingesetzt.

Es wurden 44 Schuss Munition mitgeführt (i.d.R. aufgeteilt in 22 Panzergranaten und 22 Sprenggranarten), was seine Rolle als infanterieunterstützendes Fahrzeug unterstreicht. Allerdings war für eine Panzerabwehrkanone die Leistung sehr dürftig, sie durchschlug lediglich 40mm Panzerung auf 1100m im Winkel von 30°. Das 43km/h schnelle Sturmgeschütz wurde von dem 300 PS starken V12-Motor Maybach HL 120 TRM angetrieben.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Konstruktionszeichnung in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung A

Im Dezember 1939 wurde bei Daimler-Benz die Serienproduktion eingeleitet. In der Ausf. A kam der 300 PS starke V12-Motor Maybach HL 120 TR zum Einsatz. Von der Ausführung A wurden 30 Fahrzeuge hergestellt.

Paralell zur Produktion der Ausf. B wurden nochmals 20 Fahrzeuge der Ausführung A von Juni bis September 1940 bei Alkett hergestellt. Diese hatten das unveränderte Panzerfahrgestell des Panzer III Ausf. F sowie den Aufbau des StuG III Ausf. B. Da diese Geschütze Fahrgestelltechnisch dem StuG III Ausf. A identisch waren, wurden sie auch als solche abgenommen.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Konstruktionszeichnung in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung B

Im Juni 1940 kam die Ausführung B bei Alkett in die Serienproduktion. Die neue Ausführung bekam ein neues Fahrgestell, welches ein neues Getriebe, ein Aphon-Getriebe mit sechs Gängen, beherbergte. Außerdem wurde ein neues Antriebsrad verbaut. Zusätzlich wurden auch die Ketten sowie die Laufrollen verbreitert und die erste Stützrolle vorverlegt. Auch der Dachaufbau wurde über dem Platz des Richtkanoniers leicht geändert. Die Nebelkerzen, welche sich am Heck des Fahrzeugs befinden, wurden nun überpanzert.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung C

Ab April 1941 kam die Ausf. C in die Serienproduktion. Wieder wurde der Aufbau verändert (durch eine neue Formgebung konnte die Beschusssicherheit erhöht werden). Der Sichtkanal vom Richtkanonier entfiel (als neues Richtmittel wurde das Sfl. ZF 1. verwendet). Auch die Front des Aufbaus unterschied sich von den früheren Modellen. Es kam ein neues Leitrad samt neuen Kettentypen zum Einsatz.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung D

Die Ausführung D, welche ab Mai 1941in die Produktion kam, unterschied sich kaum von der Ausführung C. Die wichtigste Änderung betraf den Bordsprechanlage, welcher den Sprechschlauch ersetzte. Im September 1941 lief die Produktion planmäßig aus.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung E

Die Ausführung E wurde wieder stärker überarbeitet. An den Seiten des Aufbaus wurden gepanzerte Seitenkästen angebracht, die eine erweiterte Funkausrüstung aufnehmen konnten. Fahrzeuge die nicht die erweiterte Funkausrüstung der Führungsfahrzeuge hatten, konnten 50 Schuss für ihre Kanone mitführen, statt der 44 Schuss der Führungsfahrzeuge. Zusätzlich wurden die Scharniere der Wartungsklappen am Bug von außen nach innen verlegt.
Im Dez 41 wurde befohlen an allen in Fertigung befindlichen StuG III folgendes Zubehör anzubringen:

Alle diese Änderungen sollten auch an den im Einsatz befindlichen Fahrzeugen nachgerüstet werden.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Konstruktionszeichnung in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung F

Als die deutschen Truppen sich in der Sowjetunion den vielen schweren Panzern gegenübersahen, war klar, dass man stärkere und beweglichere Panzerabwehrwaffen benötigte.

Das StuG III schien diese Forderungen zu erfüllen, obwohl es als Infanterieunterstützung geplant wurde. Hitler erteilte am 28. September 1941 den Befehl, das Fahrzeug besser zu panzern und die Kanone zu verlängern.

Rheinmetall-Borsig konstruierte die neue 7,5cm Sturmkanone 40 L/43 und 7,5cm Sturmkanone 40 L/48. Die ersten 120 Geschütze wurden mit der StuK 40 7,5cm L/43 ausgestattet. Ab dem 121. Geschütz wurde die StuK 40 mit dem L/48 Rohr verbaut. Um den Seitenschwenkbereich der langen Sturmkanone beibehalten zu können mußte das Frontblech weiter ausgeschnitten werden. Neu war auch der Ventilator auf dem Dach. Die Motorwartungsklappen wurden nun ausgeschnitten und überpanzert, was eine bessere Motorbelüftung zuließ. Bei den Auspuffen wurde ein standartmäßig Abweisblech angebracht (siehe Ausf. E), es wurde unter dem Luftaustritt montiert. Dadurch wurde die Luft abgelenkt, was dazu führte, dass es eine geringere Staubentwicklung gab.

Das neue Fahrzeug war nun gut zur Panzerabwehr geeignet, allerdings war es auch durch die Zusatzpanzerung viel schwerer, was die Fahrleistungen minderte. Ab Juni 1942 wurden zusätzlich 30 mm Panzerplatten an der Front angeschweißt.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung F/8

Ab September 1942 wurde die Ausf. F/8 gebaut. Diese erhielt ein komplett neues Fahrgestell ( 8/ZW). Die Antenne der Funkausstattung war nun starr montiert. Auch das Motordeck erhielt ein anderes Layout. Der Ausschnitt des Richtmittels erhielt einen Drahtkorb als Schutz. An der Aufbaufront erhielten die Platten eine steilere Neigung, um mit dem Dach bündig abzuschließen. Die Mehrzahl dieser Geschütze wurde auf unverändertem Pz. III Fahrgestell gefertigt. Die Zusatzpanzerung von 30mm wurde bei frühen F/8 geschweisst, später wurde Sie geschraubt.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung G

Die Ausf. G wurde ab Dezember 42 bei Alkett und ab Februar 43 auch bei MIAG produziert. Das auffälligste Merkmal gegenüber den Vorgängern war wohl der komplett neu konstruierte Aufbau mit einer Kuppel für den Geschützführer. Erstmalig konnte dieser nun das Gefechtsfeld 360 Grad beobachten, ohne den Kopf aus dem Fahrzeug zu strecken.

Ab Januar 1943 wurde ein MG mit Schutzschild auf dem Dach montiert. Da dieses im Kampfeinsatz nur unter höchster Lebensgefahr bedient werden konnte, wurde ab April 1944 eine von innen bedienbare Version verbaut. Ab Juni 1944 kam zusätzlich noch ein Coax-MG in die Kanonenblende.

Die Panzerung wurde mit angeschraubten 30mm Stahlplatten weiter verstärkt. Ab Juni 1943 wurde die Frontpanzerung auf 80mm erhöht, Zusatzpanzerungen entfielen dadurch. Ab April 1943 wurden zudem seitliche Kettenschürzen angebracht, um vor Panzerbüchsen zu schützen. Das Fahrzeug wog nun beachtliche 24 Tonnen. Die Produktion konnte 1943 stark gesteigert werden. Das wurde durch die Aufgabe der Panzer III Produktion, nun wurde das Laufwerk ausschließlich für das StuG benutzt, und durch den Einstieg von MIAG in die vereinheitlichte Fertigung, erreicht.

Ende 1943 wurde der Panzerschutz durch eine Verbundkonstruktion verbessert. Die Ausführung G war mit großem Abstand die am meisten produzierte Ausführung und war bis Kriegsende in Produktion.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [sve]

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://www.panzer-archiv.de/sturmgeschuetze/deutschland/stugiii/stugiii.htm
Gedruckt am: Sonntag, 19. November 2017, 17:10 Uhr
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